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Grillen, Musikhören, Sonnenbaden.

Was man auf Balkon und Terrasse darf und was nicht.

Öffentlich einsehbar und doch privat – was auf Balkon und Terrasse erlaubt ist und was nicht.

Wie war das noch gleich? Darf man auf Balkon und Terrasse grillen? Und wenn ja, wie häufig? Darf man dort rauchen, Musik hören, Gäste bewirten, sich spärlich bekleidet in der Sonne räkeln? Solche Fragen sind rechtlich im Einzelfall zu klären, da es auf die konkrete Situation ankommt. Erschwerend kommt hinzu, dass Urteile zum Nachbarschaftsrecht nur für das jeweilige Bundesland gelten. Doch wer die Maxime beherzigt, dass die eigene Freiheit dort endet, wo die Freiheit des anderen und damit der Allgemeinheit beeinträchtigt wird, kann so viel nicht falsch machen.

Gärtnerglück

Mieter dürfen einen Balkon oder eine Terrasse nach Belieben einrichten und nutzen, so wie den Rest der Wohnung auch. Für Eigentümer gilt das sowieso. Wer Blumentöpfe aufstellt und Pflanzenkübel anbringt, muss jedoch darauf achten, dass diese wind- und wetterfest stehen. Herabfallende Blätter sind keine Schikane, sondern der Lauf der Natur. Die Bewohner tiefer liegender Stockwerke müssen das dulden.

Sonnenschutz

Wer sich mit Hilfe einer Markise einen Schattenplatz sichern möchte, benötigt für die Montage das Okay des Vermieters oder der Hausgemeinschaft. Denn anders als ein mobiler Sonnenschirm zum Auf- und Zuklappen ist solch eine Installation eine bauliche Veränderung. Das gilt auch für die Verglasung einer Veranda gegen Zugluft.

Grillvergnügen

Auf dem Balkon zu grillen, ist erlaubt, solange im Mietvertrag oder in der Hausordnung keine Klausel zu finden ist, die dies ausdrücklich untersagt. Es versteht sich von selbst, dass auf die übrigen Hausbewohner und Nachbarn Rücksicht genommen wird. Sie dürfen durch den abziehenden Rauch nicht unzumutbar gestört werden, müssen den Geruch aber ertragen. Mit emissionsarmen Elektrogrills ist man auf der sicheren Seite. Juristische Einzelfallentscheidungen, die das Grillen zum Beispiel auf einmal pro Woche beschränken, mögen Richtwerte sein. Allgemein übertragbar sind sie nicht.

Partystimmung

Musik, lautes Gelächter, Geschirrklappern, Stimmengewirr: Bis zum Beginn der allgemeinen Nachtruhe um 22 Uhr dürfen Partys auch auf dem Balkon oder der Terrasse gefeiert werden. Danach können Nachbarn zu Stimmungskillern mutieren, vor allem, wenn sie wegen Ruhestörung die Polizei vorbeischicken. Beste Maßnahme dagegen: Wenn sie schon nicht geladen sind, sollten sie vorab wenigstens Bescheid wissen, dass es etwas zu feiern gibt.

Zigarettenpause

Manchem Nachbarn stinkt das mächtig: Aber wer draußen raucht, macht nichts falsch und kann sich auf das Grundrecht der freien Persönlichkeitsentfaltung berufen. Dennoch hat der Bundesgerichtshof am 16.01.2015 entschieden, dass ein Unterlassungsanspruch möglich ist, wenn der Zigarettenqualm für Dritte eine wesentliche Beeinträchtigung darstellt. Wesentlich oder unwesentlich? Das wiederum ist gerichtlich zu klären. Bei einem rücksichtsvollen Verhalten kommt es erst gar nicht soweit.

FKK-Vergnügen

In den eigenen vier Wänden nackt herumzuspazieren, ist weder strafbar noch ordnungswidrig. Da der Balkon zur Wohnung zählt, kann einem niemand verbieten, dort hüllenlos in der Sonne zu liegen. Das bedeutet allerdings auch: Aufdringliche Blicke von außen müssen hingenommen werden. Zur Belästigung wird das FKK-Vergnügen, sobald man seine Intimzonen offensiv zur Schau stellt. Das gleiche gilt, wenn es unter freiem Himmel zum Liebesspiel kommt – egal ob für andere sichtbar oder nur hörbar.

Satellitenempfang

Schön ist der Anblick nicht, aber gestattet: Eine Parabolantenne auf dem Balkon kann nicht verboten werden. Schließlich schützt das Grundgesetz die Informationsfreiheit. Sie ist ein hohes Gut. Verlangt werden darf aber, dass die Satellitenschüssel nicht zu groß ausfällt und dort angebracht wird, wo sie optisch am wenigsten stört.

Wohnfläche

Für Mieter und Vermieter wichtig: Der Balkon zählt zur Wohnfläche – in der Regel mit einem Anteil von 25 Prozent. Ist er nach Süden ausgerichtet und optimal nutzbar, können es auch 50 Prozent sein.

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