Visitenkarte für Gäste.

Gestaltungstipps für den Eingangsbereich.

Der erste Eindruck prägt – auch bei der Wohnung: Ein schöner Eingangsbereich ist eine Visitenkarte für Gäste und erfreut die Bewohner stets aufs Neue.

Haben Sie schon einmal beobachtet, wie ehrfürchtig japanische Geschäftsleute Visitenkarten entgegennehmen? Sie werden bestaunt, gewendet, ertastet und aufmerksam studiert. Auf einer Fläche von wenigen Quadratzentimetern sind dort eine Menge Informationen versammelt: über den Status, die berufliche Position und das Selbstverständnis der Firma. So in etwa verhält es sich mit dem Eingangsbereich von Haus und Wohnung. Nur steht es mit dem Bewusstsein für die Signalwirkung dieser ersten Quadratmeter hinter der Eingangstür nicht zum Besten. Allzu häufig wird die Diele samt Garderobe nur als Durchgangsstation betrachtet. Dabei hat sie das Potenzial, die Visitenkarte der eigenen vier Wände zu sein.

Höchste Zeit also, um sich über die Gestaltung des Eingangsbereichs Gedanken zu machen. Nicht nur mit Blick auf Gäste und spontane Besucher – eine ansprechende Garderobe dient schließlich auch dem Wohl der Bewohner. Nichts ist so unerquicklich, wie tagtäglich auf achtlos hingeworfene Schuhe, Jacken und defekte Kleiderhaken in spärlichem Licht zu treffen. Gelungen ist der Empfang, wenn man beim Betreten der Wohnung wohlig aufatmen kann und sich zu Hause willkommen fühlt.

Liebevoll gestaltet, ist gerade der Eingangsbereich ein echter Stimmungsmacher. Flur und Diele sind genau der richtige Ort, um mit Dingen und Möbeln Geschichten zu erzählen – von unvergesslichen Reisen, einem Hobby, den Bewohnern oder auch vom Hang zur Klarheit. Dabei helfen Fotos, Bilderrahmen, ausgesuchte Wohnaccessoires, originelle oder betont puristische Möbel sowie eine gekonnte Inszenierung durch Farbgebung und Beleuchtung. Ganz egal, was erzählt wird: Der Empfang sorgt garantiert für Gesprächsstoff.

Ordnung für die Garderobe

In der Garderobe landet, was von draußen mitgebracht wird und was beim Fortgehen nicht vergessen werden darf. Für all diese Dinge benötigt der Eingangsbereich ein durchdachtes Ordnungssystem.

  • Die sauberste Lösung ist ein durch Klapp- oder Schiebetüren schließbarer Einbauschrank mit Fächern und Schubladen für Großes und Kleines. Dann verschwindet die Garderobe mit all ihren Kleidern und Accessoires vollständig aus dem Blick.
  • Eine Alternative ist das Einziehen einer Wand, die parallel zur langen Seite des Flurs steht und als Sichtschutz dient. Dahinter findet die Kleidung an rücklings angebrachten Haken oder Kleiderstangen Platz, ohne zu stören.
  • Ist die Diele sehr schmal, beanspruchen über die Wand verteilte Kleiderhaken und Ablageflächen weniger Platz als ein massiges Garderobenmöbel. Ein halbhohes Sideboard oder eine schmale Kommode für kleinere Utensilien sorgen optisch für Stabilität und schaffen Stauraum für Dinge, die an der Wand keinen Platz finden.
  • Formschöne Designgarderoben sind als Ergänzung und Besuchergarderobe ideal. Spärlich behängt wirken sie am attraktivsten. Diese Raumobjekte, die mal an kahle Bäume, mal an Hirschgeweihe oder Turngeräte erinnern, können sogar im Wohnzimmer stehen.
  • Spezifische Aufbewahrungsmöbel wie Schuhschränke mögen praktisch sein, ansehnlich sind sie selten. Wer eine Bank mit Schubkästen in die Diele stellt, bietet eine Sitzgelegenheit und hat in der Tiefe zugleich Stauraum geschaffen. Auch an einer Sprossenwand oder auf einer Leiter lassen sich Schuhe drapieren, vor allem solche mit Absätzen.
  • Ein Korb für Accessoires, ein Gewürz- oder CD-Regal als Depot für Schlüssel, Zeitung und Post, eine Leine mit Wäscheklammern für Tücher und Schals: Zweckentfremdete Gegenstände beleben eine Garderobe ungemein.
  • Regalsysteme aus einzelnen Modulen lassen sich immer wieder neu arrangieren. Werden sie wie eine Treppe gestapelt, entsteht unter den Stufen Stauraum und oben eine Stellfläche für Vorzeigbares.

Tipps zur Gestaltung von Flur und Diele

Die Farbgebung:

  • Je mehr Möbel in Flur oder Diele stehen, desto unruhiger ist das Gesamtbild. Abhilfe schafft eine einheitliche Farbgebung. Ideal dafür ist reines oder gebrochenes Weiß, aber auch helles Grau oder ein pudriger Pastellton. Exzentriker wählen Schwarz.
  • Schmale und enge Flure profitieren von hellen Wand- und Möbelfarben. Der Raum wirkt dann weiter, freundlicher und luftiger.
  • Soll eine hallenartige Diele optisch kleiner und behaglicher anmuten, ist eine kräftigere Farbe die richtige Wahl. Die Lösung kann auch in gemusterten Tapeten liegen.
  • Ein langer Flur wirkt kürzer, wenn die Stirnseite einen rostroten oder flaschengrünen Anstrich hat. Neben kräftigen Farben helfen auch großflächige Muster, eine weit entfernte Wand optisch näher an den Betrachter zu rücken.

Die Beleuchtung:

  • Eingebaute Deckenstrahler sorgen für eine gleichmäßige Ausleuchtung von Diele und Flur. Die ist vor allem an der Garderobe und am Spiegel wichtig. Ist ein Dimmer eingebaut, lässt sich die Helligkeit regulieren.
  • Blendfreie Wandleuchten, die ihr Licht an die Wand abgeben, schaffen eine angenehme Atmosphäre, ohne zu viel Platz zu beanspruchen. Hier sollte ein Sicherheitsabstand zu Textilien eingehalten werden.
  • Keine Inszenierung ohne Lichtregie. Das gilt auch für den Eingangsbereich. Mit einer akzentuierten Beleuchtung lassen sich die Schokoladenseiten eines Flurs hervorheben. Weniger ansehnliche Ecken bleiben im Schatten.
  • Ein enger Flur lässt sich durch die geschickte Anbringung von Spiegelflächen freundlicher und geräumiger gestalten. Idealerweise reflektieren sie Licht, das durch ein Fenster oder eine Glastür fällt. Auch gegenüber einer hell beleuchteten Wand tut ein Spiegel seinen Dienst.

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