• Geschichten

Geldbußen drohen.

Ehrlichkeit zahlt sich beim Immobilienverkauf aus.

Flunkern ist strafbar. Zumindest beim Immobilienverkauf. Hauseigentümer, die ihr Objekt nicht wahrheitsgemäß beschreiben, müssen mit hohen Geldbußen rechnen.

„Du siehst heute aber wieder besonders gut aus!“ Auch wenn diese Aussage nicht immer stimmt, so verbessert sie doch die Laune. Schwindeln aus Höflichkeit ist für die meisten akzeptabel. Geht es aber um den Verkauf eines Hauses, ist absolute Ehrlichkeit unerlässlich. Um die Immobilie jedoch möglichst schnell und zu einem guten Preis loszuwerden, greifen einige Besitzer in die Trickkiste und beschreiben trotz besseren Wissens ihr Objekt in den schönsten Farben. Nachteile werden verharmlost. Mängel verschwiegen. Kommt dies nach Vertragsunterzeichnung ans Tageslicht, droht dem Verkäufer eine hohe Schadensersatzsumme. Auch dann, wenn er im Kaufvertrag die Gewährleistung für Mängel ausgeschlossen hat.

In einem konkreten Fall aus Düsseldorf verschwieg ein Hauseigentümer Interessenten ein wesentliches Detail zu seinem Objekt. Er unterschlug die Information, dass Bambuswurzeln in seinem Garten wuchern. Diese hatten sich unter der Terrasse bis zum Haus ausgebreitet und die Isolierung des Mauerwerks angegriffen. Da dem Verkäufer die Wurzelproblematik bekannt war und er über die damit verbundenen Gefahren aufklären hätte müssen, sprach ihn das Oberlandesgericht schuldig. Der versteckte Mangel sei für den Käufer so bedeutsam gewesen, dass er das Haus nicht zum vereinbarten Kaufpreis erworben hätte, wäre er darüber in Kenntnis gesetzt worden. Der Verkäufer musste die Kosten für die Beseitigung des Wurzelwerks und die Sanierung der Terrasse übernehmen.

Ob wuchernde Bambuswurzeln oder undichte Stellen am Dach – wer beim Hausverkauf flunkert, um den bestmöglichen Preis auszuhandeln, zahlt am Ende drauf. Ehrlichkeit währt in manchen Lebensbereichen eben doch am längsten.

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