• Geld und Energie sparen

Ältere Häuser energetisch modernisieren.

Energiewende für die eigenen vier Wände

Energiesparen schont die Umwelt und den Geldbeutel. Was in Neubauten längst Standard ist, muss in älteren Häusern mehr oder weniger aufwendig nachgerüstet werden

Mitten in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung steht das erste Aktivhaus der Welt – entworfen von Werner Sobek. Der Gebäudewinzling mit dem Namen B10 produziert aus nachhaltigen Energiequellen doppelt so viel Strom, wie für den Eigenverbrauch benötigt wird. Mit dem Überschuss werden zwei Elektroautos und das unter Denkmalschutz stehende Haus des Architekten Le Corbusier versorgt, in dem das Weißenhofmuseum beheimatet ist. Noch ist das Gebäude ein Forschungsprojekt, das nach Abschluss vollständig zurück- und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden soll, doch zeigt es bereits jetzt eine neue Richtung des künftigen Haus- und Wohnungsbaus auf.

Tatsächlich gibt es im Wohnungsneubau schon heute jede Menge fleißiger Energiesparer mit Bezeichnungen wie Drei-Liter-Haus, Passivhaus, Nullenergiehaus. Anders sieht es bei älteren Gebäuden aus. Dabei kann jedes Haus zum Energiesparer werden – etwa mit Wärme aus erneuerbaren Energien wie Pelletheizungen, Solarthermieanlagen (Kollektoren) und Wärmepumpen. Aufgrund tendenziell steigender Energiepreise macht sich eine energetische Sanierung bei einem typischen Einfamilienhaus aus den 1970er-Jahren rasch bezahlt. Hinzu kommt eine größere Unabhängigkeit von Öl und Gas.

Eine neue Öl-Brennwertheizung mit Solarthermieanlage senkt den Energiebedarf im Mittel um 35 Prozent bei einem durchschnittlichen Investitionsaufwand von etwa 17.000 Euro. Eine Fassadendämmung mit einem Kostenaufwand von durchschnittlich 20.000 Euro senkt den Primärenergiebedarf im Schnitt um mehr als 20 Prozent. Zehn Prozent Einsparung bei einer Investition von 18.000 Euro sind erreichbar, wenn man Fenster und Außentüren austauscht. Die Dachdämmung schlägt mit 16.000 Euro zu Buche und spart acht Prozent Energie.

Hülle fürs Haus

Einer der ersten Schritte zur Energiewende in den eigenen vier Wänden ist die Wärmedämmung der alten Außenmauern. Die Umrüstung zu einer effizienten Heizungsanlage gehört ebenso dazu wie die Dämmung der Dachschrägen oder Fenster, Fenstertüren und Türen nach heutigem Standard. Dabei kann die Reihenfolge der Modernisierungsschritte individuell den Erfordernissen des Hausbesitzers angepasst werden.

Wie aufwendig die Wärmedämmung eines Hauses ausfällt, hängt nicht zuletzt vom Zustand der Bausubstanz ab. Jeder Fachmann, beispielsweise ein Energieberater, wird die Materialbeschaffenheit mit in die Gesamtrechnung einbeziehen, um dem „Mantel“ die richtige Dicke zu geben. Ein Zuviel an Wärmedämmung kann die Kostenbilanz genauso trüben wie eine zu geringe Dicke des Dämmmaterials.

Mehr lüften – weniger heizen

Hausbesitzer sollten sich nicht von Meldungen abschrecken lassen, wonach die Dämmung eines Hauses zwangsläufig mit Schimmelpilzbefall einhergeht. Bei einer hochwirksamen Dämmung fehlt allerdings der bisherige „automatische“ Luftaustausch durch Fensterritzen und Undichtigkeiten im Putz. Dieser muss ersetzt werden durch ein bewusstes regelmäßiges Lüften - möglichst mit einer Querlüftung - durch die Bewohner. Besser ist es, sich vor der Sanierung vom Experten ein benutzerunabhängiges zentralisiertes Lüftungskonzept ausarbeiten zu lassen. Zentrale Lüftungssysteme werden heute an den individuellen Bedarf eines ganzen Gebäudes angepasst. Dezentrale Geräte hingegen versorgen nur Räume oder Teilbereiche von Wohnungen. Bei Einfamilienhäusern weist der Einsatz zentraler Be- und Entlüftungsanlagen in die Zukunft. Diese Anlagen entziehen der verbrauchten Abluft die Wärme und führen sie der ins Gebäude strömenden kalten Frischluft wieder zu.

Tipps und Wissenswertes zur Energiesanierung

  • Eine energetisch modernisierte Immobilie ist wertstabiler. Das ist auch für Kapitalanleger von Bedeutung, denn die Vermietbarkeit ist besser und es können höhere Kaltmieten erzielt werden.
  • Ein Passivhaus ist ein Gebäude, in dem eine behagliche Temperatur sowohl im Winter als auch im Sommer ohne separates Heiz- oder Klimatisierungssystem erreicht wird. Jahresheizwärmebedarf: weniger als 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche.
  • Ein Drei-Liter-Haus braucht pro Quadratmeter im Jahr nicht mehr als 30 kW/h Heizenergie. Das entspricht einem Verbrauch von rund drei Litern Öl oder drei Kubikmeter Erdgas.
  • Das Nullenergiehaus verbraucht rechnerisch soviel Strom, wie es selbst produziert.
  • Im Rahmen der Frühjahrs-Kampagne steht jedem Nutzer von mein wuestenrot.de in einem 3-monatigen Aktionszeitraum der Wüstenrot Fördergeld-Service kostenlos zur Verfügung. Es werden alle Fördergelder ermittelt, die individuell für ein Modernisierungsvorhaben beantragt werden können. Außerdem liefert der Fördergeld-Service ggf. Optimierungsvorschläge und die passenden unterschriftsreifen Anträge gleich mit.

Weitere Artikel zum Thema

Energiespar-Konzept eines Klimabotschafters – ein vorbildliches Beispiel

Franz-Josef Recktenwald ist Klimabotschafter und hat sein Eigenheim vorbildlich energetisch modernisiert.

Mehr lesen

Die Elektroheizung spendet mollige Wärme

Geht es um die Beheizung einzelner Räume, ist die Elektroheizung eine interessante Alternative zu konventionellen Wärmeerzeugern.

Mehr lesen