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Energiespar-Konzept eines Klimabotschafters.

Ein vorbildliches Beispiel.

Franz-Josef Recktenwald ist in seinem Wohnort Geislingen als ehrenamtlicher Klimabotschafter tätig. Vorbildlich ist auch die energetische Modernisierung seines Eigenheims. Er setzt mit Erfolg auf das Zusammenspiel von Photovoltaik, Wärmepumpe und Elektroauto – und auf eine Finanzierung mit Wüstenrot.

Geislingen, eine Kleinstadt im Zollernalbkreis auf der Schwäbischen Alb. Die 6.000-Einwohner-Gemeinde ist auf dem Weg zur „Klimastadt“. Wer diesem europaweiten Netzwerk beitreten will, braucht einen Energie-Aktionsplan. In Geislingen soll der Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 im Vergleich zu 1995 um 20 Prozent gesenkt werden. Dabei muss die gesamte Bürgerschaft mithelfen, deshalb wurden 30 Geislinger zu ehrenamtlichen Klimabotschaftern ausgebildet. Sie sollen die Bürger über die Möglichkeiten des Energiesparens informieren – im Alltag, im Haushalt oder bei der Modernisierung von Häusern.

Haus

Klimaschutz vor Ort

Einer dieser Klimabotschafter ist Franz-Josef Recktenwald – und er ist genau der richtige, um seinen Mitmenschen als Vorbild zu dienen. Denn Recktenwald hat bei der Modernisierung seines knapp 30 Jahre alten Einfamilienhauses seinen eigenen Energie-Aktionsplan umgesetzt – mit großem Erfolg.

Der energietechnische Autodidakt Recktenwald setzt bei seinem Konzept voll auf Solarstrom: Eine große Photovoltaik-Anlage liefert die Antriebsenergie für eine Luft-Wärmepumpe. Die Wärmepumpe erzeugt mit Solarstrom und Umweltwärme die für die Raumheizung und die Warmwasserbereitung benötigte Energie. Die alte Ölheizung wurde damit abgelöst. Außerdem wird mit überschüssigem Sonnenstrom die Batterie eines Elektromobils aufgeladen.

Handwerk hilft beim Klimaschutz

Als er nach Handwerksbetrieben suchte, die seine Ideen umsetzen sollten, winkten manche ab: Was Recktenwald vorhabe, würde ohne eine dicke Dämmung des Hauses nicht funktionieren. Gerade im Winter, wenn die Wärmepumpe am meisten Strom benötige, werde die PV-Anlage zu wenig davon erzeugen. In diesem Fall müsse teurer Strom aus dem Netz zugekauft werden – das mache das ganze Konzept ökonomisch wenig tragfähig.

Doch schließlich fand der Modernisierer einen Betrieb, der die Vorteile der Kombilösung erkannte. Eine in der Region ansässige Solarfirma bot die Heizungs- und Elektroarbeiten aus einer Hand an – ein Vorteil bei der Planung solcher Paketlösungen. Im Juni 2014 konnte das Energiesystem in Betrieb genommen werden, heute ist die Anlage von Franz-Josef Recktenwald eine der Referenzen, mit der der Handwerksbetrieb Werbung macht.

Hoher Solarertrag – niedriger Energieverbrauch

Beim Besuch im Haus des Ehepaars Recktenwald präsentiert sich die Schwäbische Alb im herbstlichen Grau. Die Sonne schafft es nicht, durch den Nebel zu dringen. Und trotzdem zeigt der Kontrollbildschirm von Franz-Josef Recktenwald ganz eindeutig: In diesem Moment erzeugt die Photovoltaikanlage auf dem Dach mit ihren knapp 12 Kilowatt Spitzenleistung mehr Strom als im Haus gebraucht wird. Wieder mal ein Grund für Recktenwald, stolz auf seine Energiesparmaßnahmen zu sein. Er hat nicht nur die Skeptiker überzeugt, sondern auch die Fachhandwerker überrascht, denn „im ersten Winter war es bei uns im Haus so warm, dass wir das System der Wärmepumpe herunterregulieren mussten“, so der Bauherr.

Franz-Josef Recktenwald plant Energiesparmaßnahmen

Nach eigener Aussage ist Recktenwald, der in der Finanzbranche arbeitet, „ein Mann der Zahlen“. So hat er den Solarertrag und den Energieverbrauch im Haus ständig unter Kontrolle. Er kann genau vorrechnen, dass sich seine Investition in zehn Jahren amortisiert haben wird – „das erlebe ich also wahrscheinlich noch“.

Mit Wüstenrot finanziert

Rund 36.000 Euro hat die Modernisierung abzüglich der staatlichen Förderzuschüsse gekostet. Finanziert hat Recktenwald dies mit einem Modernisierungs-Bausparvertrag von Wüstenrot in Verbindung mit einem Vorausdarlehen. Hatte er früher 4.500 Euro Energiekosten im Jahr, sind es heute nur noch 1.300 Euro. Über diese Ersparnis hinaus kann er mit dem Überschussstrom im Schnitt rund 8.000 Kilometer mit seinem Elektromobil zurücklegen. Da er in der Regel keine langen Strecken fährt, schließt er am Nachmittag sein E-Mobil ohne Zwischenbetankung an die heimische Ladestation an.

Modernisierer zu Besuch bei Geislingens Klimabotschafter

Mit diesen Zahlen hat der Modernisierer natürlich die besten Argumente für seine ehrenamtliche Beratertätigkeit als kommunaler Klimabotschafter. Sein Haus ist ein optimales Anschauungsbeispiel für die Energiewende im Kleinen. Und so sind immer wieder Modernisierungswillige bei ihm zu Besuch – und manchmal auch Menschen, die sich vor allem für sein Elektromobil interessieren.

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