• Eigenheim

Vom Musterhaus zum Traumhaus:

Ein Ratgeber für Bauherren.

In ihren Ausstellungshäusern zeigen die Fertighaus-Hersteller, was sie können. Das macht den Besuch in einem Musterhaus zur wertvollen Inspirationsquelle für Bauherren. Sie können für ihren eigenen Hausbau viel mitnehmen – in Sachen Architektur, Grundrissaufteilung, Innenausbau sowie Haus- und Heiztechnik.

Cristina Abad und Stefan Könnecke haben es vorgemacht. Für ihr maßgeschneidertes Eigenheim des Herstellers Schwörer-Haus – im Bild oben rechts – haben sie sich beim Besuch eines Musterhauses in der Fertighaus-Ausstellung in Bad Vilbel inspirieren lassen. Dieses Musterhaus ist oben links abgebildet – und die Ähnlichkeit fällt auf: Die versetzten Pultdächer und die Holz-Putz-Fassade verleihen der Architektur das gewisse Etwas. Auch im Inneren des Hauses dient das Musterhaus als Vorbild: „Offene Räume wirken viel größer“, findet die Bauherrin Cristina Abad. Das Konzept der durchgehenden Fläche für Küche, Ess- und Wohnbereich wurde vom Musterhaus fast eins zu eins übernommen.

In anderen Punkten ist das Bauherren-Paar vom vorgegebenen Beispiel abgewichen: Die Länge des Hauses wurde deutlich reduziert, so dass an Stelle der 190 Quadratmeter Wohnfläche des Musters nur 140 Quadratmeter blieben. Auch die Treppe wurde platzsparend eingebaut. So entstand zusammen mit den Planern des Herstellers ein kompaktes Haus, ideal für zwei Personen.

Cristina Abad und Stefan Könnecke

Gut vorbereitet zum Musterhaus-Besuch

Das Bauherren-Paar Abad-Könnecke hat vieles richtig gemacht: Einerseits sind sie mit recht genauen Vorstellungen über das Ausstellungsgelände in Bad Vilbel geschlendert: Sie wussten, dass es ein Holzhaus werden sollte. Und sie wussten: „Bevor die ganzen Ausstattungsdetails ausgewählt werden, sollte man sich über die Stilrichtung im Klaren sein.“

Andererseits schadet auch eine gewisse Offenheit nichts. Denn das Sammeln von Eindrücken und Inspirationen gehört zur Hausplanung wie die Probefahrt zum Autokauf. Hier gefällt das Fassadenmaterial, beim nächsten Haus die Dachform – und bald schälen sich Favoriten heraus. Experten raten zu einem zweistufigen Vorgehen: Beim ersten Besuch möglichst viele Ideen sammeln, beim zweiten oder gar dritten Besuch mit System an die Sache herangehen.

Bedürfnisse definieren

Je genauer die Vorstellungen der zukünftigen Bauherren sind, desto gezielter die Recherche. Der Deutsche Holzfertigbau-Verband (DHV) empfiehlt, sich über folgende Punkte Gedanken zu machen:

  • Raumaufteilung, Anzahl und Größe der Räume
  • Architektur des Hauses: Form, Fassade, Fenster, Innenausbau
  • Konstruktion (sichtbare Holzkonstruktion, Dachgeschoss bis zum First offen, mit/ohne Keller)
  • Bevorzugte Materialien (Fassade, Ausbau, Wandoberflächen, Böden, aber auch Dämmung)
  • Heizung und Gebäudetechnik

Wer schon einen Bauplatz hat, sollte die Vorgaben und Einschränkungen des Bebauungsplans kennen. Bauherren können die Planer und Berater der Hausanbieter mit all diesen Vorgaben und Prioritäten konfrontieren – denn niemand muss ein Musterhaus kaufen, wie es ist. Die Variationen eines Hausentwurfs sind meist zahlreich, bis hin zu einer völlig freien Planung.

Ausstellungshäuser mit Top-Ausstattung

Im Dialog mit dem Haushersteller kristallisieren sich Architektur, Größe und Grundriss des Traumhauses heraus. Auch für die nächste Etappe auf dem Weg zum schlüsselfertigen Haus, der sogenannten Bemusterung, liefert der Besuch von Ausstellungshäusern wertvolle Anregungen: Welche Wand- und Bodenbeläge passen zusammen? Wie hat der Hersteller sein Muster-Familienbad eingerichtet? Und welche Heiztechniken bietet er an? Wer sich hier schon Notizen macht, Prospekte sammelt oder Videos dreht, profitiert beim späteren Bemusterungstermin. Hier werden in meist zweitägigen intensiven Rundgängen im Bemusterungszentrum des Hausanbieters alle Ausstattungsdetails durchkalkuliert und festgelegt.

Informationen über den Hausanbieter

Nicht nur die Häuser präsentieren sich in den Ausstellungszentren der Öffentlichkeit, sondern auch die Herstellerfirmen. Sie haben in den Musterhäusern meist auch ein Verkaufsbüro eingerichtet. Deshalb ist es völlig in Ordnung, den Besuch auch zur Information über den Anbieter zu nutzen: Wie kompetent ist der Ansprechpartner? Wie flexibel geht die Firma auf die Wünsche ein? Gibt es einen Architekten als festen Ansprechpartner? Mit welchen Anbietern – Küchen- und Badherstellern, Heizungsmarken, Treppen-, Fenster- und Kellerbauern – arbeitet die Firma zusammen?

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Realistisch bleiben

Zum Schluss ein wichtiger Rat: Bauherren sollten beim Musterhaus-Besuch den Finanzrahmen im Hinterkopf haben. Das ist angesichts der präsentierten Designermöbel, der von Innenarchitekten durchgestylten Einrichtung oder der neuesten Energiespartechnik nicht immer ganz einfach. Doch eine Portion Realismus hilft dabei, einen optimalen Weg vom Musterhaus zum Traumhaus zu finden.

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