Krankenschwester mit älteren Mann mit Gehstock

Umfassende Pflege und medizinische Betreuung. Umzug in ein Altenheim.

Grundsätzlich lässt sich ein Altenheim als eine stationäre Wohneinrichtung für pflegebedürftige Senioren bezeichnen. Allerdings ist weder der Begriff Altenheim, noch die Begriffe Altersheim, Seniorenheim oder Pflegeheim rechtlich geschützt. In der Regel benötigen Bewohner eines Altenheims bereits eine umfassende Pflege und Unterstützung im täglichen Leben.

Typische Gründe für den Umzug in ein Altenheim

In der Unterkunft erfahren die pflegebedürftigen Menschen rund um die Uhr notwendige Pflege, medizinische Leistungen und Betreuung. Für Abwechslung sorgen unterschiedliche Freizeitangebote, um eine Isolation der Bewohner zu vermeiden. Der Pflegebedürftige erhält mehrere Mahlzeiten am Tag, wird medizinisch betreut und hygienisch versorgt. Oft akzeptieren Betroffene einen Umzug ins Altenheim erst, wenn sie nicht mehr ambulant oder teilstationär versorgt werden können. Beispielsweise wenn

  • sie alleinstehend sind und mehr und mehr vereinsamen
  • der bisherige Wohnraum nicht angepasst ist und auch nicht angepasst werden kann
  • Angehörige oder der ambulante Pflegedienst den Pflegebedarf nicht mehr zu genüge decken können

Da Altenheime besonders für Menschen mit Demenzerkrankungen, die kaum noch daheim versorgt werden können, hilfreich sind, haben sich inzwischen viele Altenheime auf die Unterbringung und Pflege von Demenzkranken spezialisiert.

MDK informiert über die Qualität von Pflegeeinrichtungen

Alle Heime sind heute regelmäßigen Prüfungen durch den MDK (Medizinischen Dienst der Krankenkassen) oder den PKV (Prüfdienst der privaten Krankenversicherungen) zu unterziehen. Diese sind gesetzlich vorgeschrieben (§ 115 Abs. 1a SGB XI) und geben Auskunft darüber, wie gut die Versorgung, Pflege und Betreuung in einem Heim ist. Verbraucher erkennen die Qualität der Einrichtungen dabei an einer individuellen Qualitätsdarstellung, die auf folgenden drei Säulen aufbaut:

  • den Prüfergebnissen der Sachverständigen
  • den Qualitätsdaten, die Heime selbst erheben
  • den allgemeinen Informationen zur Einrichtung

Die früher geltenden Pflegenoten wurden dabei durch einen einheitlichen Bericht ersetzt. Dieser soll mehr Transparenz schaffen und enthält Bewertungen von 20 Qualitätsaspekten aus den folgenden fünf Bereichen:

  • Unterstützung bei der Mobilität und Selbstversorgung
  • Unterstützung bei der Bewältigung von krankheits- und therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  • Unterstützung bei der Gestaltung des Alltagslebens und der sozialen Kontakte
  • Unterstützung in besonderen Bedarfs- und Versorgungssituationen
  • Begleitung sterbender Heimbewohnerinnen und Heimbewohner und ihrer Angehörigen

Wie gut Einrichtungen in den einzelnen Bereichen abschneiden, hängt davon ab, ob es keine (oder geringe), moderate, erhebliche oder schwerwiegende Qualitätsdefizite gibt.

Eine Übersicht über die Qualitätsinformationen der Pflegeeinrichtungen finden Sie hier.

„Grüner Haken“ - Ein Zeichen für Lebensqualität im Heim

Neben den Noten von MDK und PKV gibt es auch den grünen Haken. Dabei handelt es sich um ein Qualitätszeichen für hohe Lebensqualität und Verbraucherfreundlichkeit im Alter. Die Vergabe erfolgt freiwillig durch die Gesellschaft zur Förderung der Lebensqualität im Alter und bei Behinderung (Heimverzeichnis gGmbH), die das Ergebnis alle ein bis zwei Jahre kontrolliert. Einrichtungen, die den „Grünen Haken“ erhalten, zeichnen sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Selbstständigkeit, mit der man als Bewohner das Leben gestalten kann
  • Teilhabe, die am Heimleben zugestanden wird
  • Menschenwürde, die gesichert wird

Basis der Untersuchung ist dabei ein wissenschaftlich erarbeiteter Katalog mit über 100 Kriterien aus den Bereichen Autonomie, Teilhabe und Menschenwürde.

Das MDK und der „Grüne Haken“ legen unterschiedliche Schwerpunkte und ergänzen sich dabei. Deshalb ist es wichtig, beide zu prüfen, wenn man sich für ein Heim entscheidet.

Pflegerin hilft älteren Damen beim Essen

Finanziell unterstützt wird die Unterbringung des zu Pflegenden bei einem anerkannten Pflegegrad von der Pflegekasse. Da die Unterbringung aber oftmals sehr kostspielig ist, müssen die übrigen Kosten von den Angehörigen übernommen werden. Die Kosten für ein Heim variieren dabei aber stark und sind unter anderem von der Region, der Einrichtung, dem Anspruch des Pflegebedürftigen etc. abhängig. Obwohl durch die Heimkosten meist Pflege, Kost und Logis abgedeckt werden, benötigen die Heimbewohner Taschengeld für ihre individuellen Bedürfnisse.

Vor- und Nachteile eines Altenheims

Medizinisches Fachpersonal und persönliche Kontakte auf der einen Seite – fremde Umgebung und hoher finanzieller Aufwand auf der anderen. Der Umzug in ein Altenheim ist mit zahlreichen Vor- und Nachteilen verbunden, wie die folgende Tabelle zeigt.

Vorteile Nachteile
  • Medizinisches Fachpersonal rund um die Uhr verfügbar
  • Sicherheit durch 24 Stunden Versorgung
  • Keine Belastung durch eigene Haushaltsführung
  • Bietet Angehörigen mehr Möglichkeiten, Zeit mit dem Pflegebedürftigen zu verbringen, anstatt sich um die reine Pflege zu kümmern
  • Maßgeschneiderte Betreuung und Pflege
  • Barrierefreies Wohnen
  • Soziale Kontakte durch diverse Freizeitaktivitäten
  • Umzug in eine fremde Umgebung
  • Relativ hoher finanzieller Aufwand für Angehörige
  • Fehlende feste Ansprechpartner für Angehörige
  • Oft nur schwer Pflegebedürftige als Kontakte und kaum Privatsphäre
  • Starre Tagesabläufe
Tabelle: Vor- und Nachteile eines Altenheims im Überblick

Alternative Wohnformen im Alter
In unserer Ratgeber-Serie finden Sie weitere Infos und Tipps zum Thema.

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