Drei verschiedene Generationen Frauen lachend in der Küche

Jung und Alt unterstützen sich gegenseitig. Im Mehrgenerationenhaus.

Das Konzept des Mehrgenerationenwohnens ist simpel – Menschen aus allen Generationen wohnen zusammen in einem Haus. Sie unterstützen sich gegenseitig und verbringen ihre Freizeit miteinander. Inzwischen gibt es diese Wohnform immer häufiger in Deutschland.

Oft wird das Mehrgenerationenwohnen fälschlicherweise mit dem Mehrgenerationenhaus gleichgesetzt. Dieses ist allerdings nur eine Begegnungsstätte und, laut dem Bundesfamilienministerium, ein offener Treffpunkt (oft unterhalten von Trägern der freien Wohlfahrtspflege) für alle Menschen. Es bietet Mittagstisch, Betreuung, Sprachkurse und vieles mehr. Es soll das Leben und die Gemeinschaft in der Nachbarschaft über die Generationen hinweg und vor allem nachhaltig bereichern. Deutschlandweit unterstützen etwa 20.000 Freiwillige diese Idee in über 500 Häusern.

Das Mehrgenerationenwohnen verfolgt das gleiche Ziel – das „Miteinander der Generationen“ ist aber gesetzlich nicht dasselbe. Meist handelt es sich um ein größeres Haus in dem die Singles, Paare und Familien mehrerer Generationen in separaten Wohnungen miteinander leben. Der Vorteil des Mehrgenerationenwohnens ist, dass die häusliche Pflege eines Menschen wesentlich umfassender gesichert werden kann. Außerdem verbringen die Familien mehr Zeit miteinander und können sich gegenseitig unterstützen. Allerdings herrscht in solch einem engen Verhältnis auch oft eine Menge Konfliktpotenzial.

Was ist ein Mehrgenerationenwohnhaus?

Das Mehrgenerationenwohnen verfolgt das gleiche Ziel – das „Miteinander der Generationen“. Hierbei handelt es sich jedoch um ein größeres Haus, in dem Singles, Paare und Familien mehrerer Generationen in separaten Wohnungen miteinander leben. Der Vorteil des Mehrgenerationenwohnens ist, dass sich die häusliche Pflege alter und kranker Menschen wesentlich umfassender sichern lässt. Gleichermaßen trifft das auch auf die Betreuung kleiner Kinder zu. Denn auch diese ist für allein lebende Eltern häufig mit zeitlichen und organisatorischen Herausforderungen verbunden. Darüber hinaus verbringen die Familien mehr Zeit miteinander. Sie können sich gegenseitig unterstützen, müssen aber auch mit dem erhöhten Konfliktpotenzial zurechtkommen.

Speziell für das gemeinschaftliche Wohnen im Alter stellt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine umfassende Broschüre zur Verfügung.

Weichen schon bei der Planung richtig stellen

Die Umsetzung eines solchen Projekts ist meist schwieriger als gedacht. Folgende Punkte sollten Sie beachten, wenn Sie gerne das Konzept des Mehrgenerationenwohnens umsetzen wollen:

  • Bewohner: Wer soll mit einziehen?
  • Wohnobjekt: Welche Größe benötigt das Haus/die Wohnanlage?
  • Lage: Wo will ich hin? Bzw. wo habe ich bereits ein Objekt oder müsste ich umziehen?
  • Besitz klären: Will ich kaufen oder mieten?
  • Kosten: Welche Kosten kommen auf mich zu (z.B. durch Umbauten, Modernisierung etc.)?
  • Regeln: Sind Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten für alle klar geregelt?

Besonders in Bezug auf die Kosten, die auf die Bewohner zukommen, müssen die Verhältnisse klar für alle geregelt sein. Dabei geht es nicht nur um die regelmäßigen Fixkosten, sondern auch um unvorhergesehene Ereignisse, wie eine plötzliche Reparatur oder Instandsetzung. Zusätzlich sollten auch Verhaltensregeln (z.B. bei Konflikten), Reinigungsaufgaben der gemeinsamen Flächen etc. diskutiert werden, um ein friedliches Miteinander zu gewährleisten.

Mehrgenerationenhäuser bieten steuerliche Vorteile

Großvater liegt mit Enkeltochter lachend auf dem Boden

Der Kauf einer Immobilie zum Zwecke des Mehrfamilienwohnens kann sich auch steuerlich für Sie lohnen. Wenn beispielsweise die Kinder eine Immobilie kaufen und die Eltern in einer abgeschlossenen Wohnung darin zur Miete leben, hat dies steuerliche Vorteile. Ein Teil der Anschaffungs- und Renovierungskosten kann von der Steuer abgesetzt werden. Zwar muss man die eingenommene Miete versteuern – die Aufwendungen der Kinder als Eigentümer kann man allerdings als Werbungskosten absetzen. Übersteigen diese die eingenommene Miete, lassen sich diese Kosten als Verluste bei der Steuer geltend machen.

Grundsätzlich sind diese Kosten abzugsfähig:

  • Kreditzinsen
  • Renovierungsmaßnahmen
  • Betriebskosten
  • Abschreibung des Objekts – abhängig vom Alter 2 – 2,5% der Anschaffungskosten ohne Grundstück im Jahr

Vor- und Nachteile eines Mehrgenerationenhauses im Überblick

Das Leben in der Gemeinschaft hat viele Vorteile. Es ist aber auch mit Risiken verbunden, wie die folgende Tabelle zeigt.

Vorteile Nachteile
  • Gesteigertes Wohlbefinden, da man in Gesellschaft wohnt und stets jemand in der Nähe ist, wenn man Unterstützung benötigt
  • Wohnen Familienmitglieder mit im Haus, kann durch Angehörige die häusliche Pflege und Ansprache fast rund um die Uhr geleistet werden
  • Gemeinsame Freizeitaktivitäten und gegenseitige Unterstützung
  • Neue Kontaktmöglichkeiten, Isolation des Pflegebedürftigen wird vorgebeugt
  • oftmals barrierefrei ausgebaut
  • Hohes gegenseitiges Vertrauen und Toleranz erforderlich
  • Hohes Konfliktpotenzial durch die räumliche Nähe
  • Dezidierte Absprachen notwendig
Tabelle: Vor- und Nachteile des Mehrgenerationenhauses

Alternative Wohnformen im Alter
In unserer Ratgeber-Serie finden Sie weitere Infos und Tipps zum Thema.

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