Im Wohnumfeld lauern zahlreiche Brandgefahren.

Brandschutz-Tipps für mehr Sicherheit in Haus und Wohnung.

Sei es nun, dass man vergessen hat, den Herd auszuschalten, der Adventskranz Feuer fängt oder man mit einer brennenden Zigarette einschläft – Gründe, warum es zu einem Brand kommen kann, gibt es viele. Umso wichtiger ist es, sich mit dem Thema Brandschutz auseinanderzusetzen.

Baulicher Brandschutz

Den Grundstein für ein feuersicheres zu Hause legen Sie bereits bei der Planung Ihres Eigenheims. Welche gesetzlichen Vorgaben für den Brandschutz beim Hausbau zu beachten sind, klärt ein Blick in die Musterbauordnung und die jeweilige Landesbauordnung. Abgesehen von der Brandschutztür im Heizungskeller gibt es allerdings kaum Vorschriften.

Dabei haben Bauherren viele Möglichkeiten, den Brandschutz im eigenen Haus zu verbessern und das Haus feuersicher zu gestalten:

Baustoffe

Als Baumaterial eignen sich vor allem Baustoffe der Brandschutzklassen „nicht brennbar“ bis „schwer entflammbar“. Dabei handelt es sich in der Regel um mineralische Baustoffe. Die nach DIN 4102-1 klassifizierten Baustoffe müssen mit einer entsprechenden Kennzeichnung versehen sein. Diese ist auf dem Baustoff, dem Beipackzettel oder der Verpackung angebracht.

Für die Raumausstattung sind natürliche Stoffe und Materialien vorzuziehen, die bei Feuer keinen giftigen Rauch entwickeln. Als Beispiele für Fußbodenbeläge sind Naturstein, Parkett, Kork oder Naturhaar zu nennen.

Fluchtwege

Fluchtwege sollen den Bewohnern im Falle eines Feuers die Möglichkeit geben, schnell nach außen zu entweichen – im Notfall auch durch das Fenster. Elektrische Rollläden müssen deshalb für den Brandfall auch manuell bedienbar sein.

Brandschutzschalter

Bei der Verhinderung von Kabelbränden helfen Brandschutzschalter, indem sie gefährliche Störlichtbögen in der Elektroinstallation registrieren und den Stromkreis daraufhin automatisch unterbrechen.

Solaranlage/Blitzschutzanlage

Bei Montage einer Solaranlage ist ein Abstand zwischen den einzelnen Solarmodulen einzuhalten. So wird im Brandfall eine geschlossene Barriere verhindert. Die fachgerechte Installation und Abnahme einer Solaranlage müssen vertraglich vereinbart werden.

Kaminöfen und Leitungen mit hoher Wärmeabstrahlung

Ein Mindestabstand zu brennbaren Materialien ist einzuhalten. Dieser beträgt beim Ofenrohr mindestens 40 cm zu einer brennbaren Decke. Weitere Sicherheitsabstände werden von den Herstellern festgelegt und können je nach Kaminofen variieren.

Zu den vorbeugenden Maßnahmen gehört auch die Installation von Rauchmeldern und Feuerlöschern. Bei der Installation sollten Sie Folgendes beachten:

Rauchmelder

Eigentümer und Vermieter sollten die Rauchmelder in allen Schlafbereichen, Kinderzimmern, Fluren und offenen Verbindungen mit mehreren Geschossen installieren. Zudem besteht die Verpflichtung Rauchmelder mindestens einmal jährlich zu warten und die Betriebsbereitschaft der Melder sicherzustellen.

Feuerlöscher

Feuerlöscher sollten in Treppenflurräumen (insbesondere in Mietwohnhäusern) auf jeder Etage angebracht werden. Zudem sollte mindestens ein Feuerlöscher in jedem Haushalt im Hausflur gut sichtbar und leicht zugänglich angebracht werden. Nach spätestens zwei Jahren muss ein Feuerlöscher von einem geprüften Sachkundigen gewartet werden. Es können jedoch aufgrund verschiedener Verordnungen auf Landesebene auch kürzere Wartungsintervalle vorgesehen sein.

Verhalten im Brandfall

Wenn es brennt, sollten Sie gut vorbereitet sein. Wir zeigen Ihnen, was bei einem Wohnungsbrand zu tun ist. Ist in der Wohnung ein Feuer ausgebrochen lautet das oberste Gebot: „Bewahren Sie Ruhe“. Besonnenes Verhalten und überlegtes Handeln können im Brandfall Ihres und das Leben weitererbetroffener Personen retten. Zunächst sollten Sie das Ausmaß und die Art des Brandes einschätzen. Bei kleineren Bränden können Sie selbst tätig werden und versuchen den Brand mit den nachfolgenden Tipps zu löschen.

Fettbrand

Im Haushalt entstehen die meisten Brände in der Küche. Wenn Sie beim Kochen die heiße Pfanne unbeaufsichtigt auf der Herdplatte lassen und sich das Fett zu stark erhitzt, riskieren Sie einen Fettbrand. Begrenzt sich der Brandherd dabei auf eine Pfanne oder einen Topf, so sollten Sie versuchen die Flamme durch das Schließen des Topfdeckels zu ersticken.

Alternativ empfiehlt sich bei Speiseöl- und Speisefettbränden bei der Brandbekämpfung die Verwendung von Löschdecken oder speziell zugelassenen Feuerlöschern der Brandklasse F.

Auf keinen Fall dürfen Sie jedoch versuchen den Fettbrand mit Wasser zu löschen, denn Sie riskieren gefährliche Fettexplosionen.

Entstehungsbrand

Bei einem Entstehungsbrand (d.h. der Brand hat gerade erst begonnen) sollte ein Feuerlöscher oder eine Löschdecke verwendet werden. Bei Verwendung der Decke halten Sie diese als Schutzschild vor Ihren Körper und nähern sich vorsichtig dem Brandherd. Die Löschdecke sollten Sie möglichst faltenfrei über den Brandherd legen, damit die Flammen komplett erstickt werden. Die Decke erst wieder entfernen, wenn sie abgekühlt ist.

Bei Verwendung eines Feuerlöschers sollte bei festen Stoffen stoßweise gelöscht werden. Dadurch können Sie die Löschprozedur beschleunigen und den Löschvorgang besser verfolgen. Bei brennenden Flüssigkeiten sollten Sie in einem Zug flach über die Brandfläche löschen.

Gelingt es Ihnen nicht mit den genannten Tipps die Lage in den Griff zu bekommen, so sollten Sie sich sofort in Sicherheit bringen und die Feuerwehr verständigen. Versuchen Sie ein Feuer nur dann selbst zu löschen, wenn Sie sich dabei nicht selbst gefährden!

Autor: fmsc GmbH

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