Antrag, Genehmigung & Vorschriften.

Bau eines Wintergartens.

Ein Wintergarten ist eine gute Ergänzung am Haus. Die verglaste Front schützt vor Wind und Wetter, während die Sonne mühelos eine angenehme Wärme im verglasten Garten verbreitet. Bauantrag und oft auch eine Baugenehmigung sind Pflicht. In den Bundesländern gibt es dazu unterschiedliche Vorschriften. Deshalb gilt es, sich vorab richtig zu informieren. Wir haben die wichtigsten Infos zum Bauvorhaben für Sie zusammengefasst.

Ein Bauantrag ist Pflicht

In Deutschland darf man nicht einfach bauen, was man möchte, auch wenn es sich um das eigene Grundstück handelt. Generell ist der Bauantrag beim Wintergarten immer Pflicht. Einige Bundesländer verlangen zusätzlich eine Baugenehmigung, die bewilligt werden muss. Erst wenn das Bauvorhaben freigegeben wurde, darf mit dem ersten Spatenstich begonnen werden.

Ob eine Baugenehmigung eingeholt werden muss, hängt vom Bundesland ab. Rechtlich gesehen ist ein Wintergarten ein Bauwerk. Dabei handelt es sich um einen Anbau, also eine Veränderung des Hauses, deshalb gibt es keinen Wintergarten ohne Bauantrag. Während in einigen Bundesländern ein ausgefüllter Bauantrag mit Antrag auf Genehmigungsfreistellung ausreicht, muss man anderen Bundesländern abwarten, bis man eine Baugenehmigung bekommt, bevor mit dem Bau des Wintergartens begonnen werden kann. Muss keine Baugenehmigung abgewartet werden, gibt es auch keine amtlichen Prüfungen zur Einhaltung der Vorschriften. Wer nämlich eine Bauvorschrift missachtet, läuft Gefahr, dass die Ämter einen nachträglichen Abriss des Wintergartens erzwingen können. Die örtliche Baubehörde gibt Auskunft über Vorschriften bei der Gestaltung.

Bevor Sie mit der Planung des Wintergartens beginnen, sollten Sie sich bei Ihrer örtlichen Baubehörde erkundigen, welche Regelungen für Ihre Region gelten. Dabei zählt nicht nur das Baurecht, welches vom Land festgelegt wurde, sondern auch der Bebauungsplan der jeweiligen Kommune.

Es macht einen Unterschied, ob Ihr Haus in einem Wohngebiet steht oder ringsum keine Nachbarn in nächster Nähe das Gesamtbild mitbestimmen. In harmonisch gestalteten Wohngebieten gibt es strenge Regeln für Häuser und Anbauten in Bezug auf deren Aussehen. Auch ist genau festgelegt, in welchem Ausmaß die Grundstücksfläche überbaut werden darf.

Ebenso sind die Mindestabstände zu den Grundstücksgrenzen sowie Flucht- und Rettungswege genau festgelegt. Es kann vorkommen, dass ein Mitarbeiter des Bauamtes eine Ortsbesichtigung durchführt, um zu entscheiden, was bei einem Wintergarten möglich ist und was nicht.

Was muss in die Mappe für den Bauantrag?

Den Bauantrag sollten Sie möglichst vollständig abgeben, damit es keine Verzögerungen bei der Antragsgenehmigung gibt. Leider reicht ein ausgefülltes Antragsformular dafür nicht aus. Das Bauamt benötigt neben dem Antrag genaue Zeichnungen sowie eine detaillierte schriftliche Baubeschreibung und den Lageplan (Auszug aus den Kastasteramts-Karten).

Daneben sollte die Bauberechnung des Wintergartens inklusive seiner Statik sowie bei Bedarf technische Nachweise wie Schallschutz, Entwässerungsplan und gegebenenfalls auch ein Brandschutznachweis sowie Angaben zu Heizung und Lüftung in der Mappe für das Bauamt nicht fehlen. Fachbetriebe helfen dabei.

Natürlich müssen Sie den Bauantrag nicht alleine ausfüllen. Denn oft ist es gar nicht so einfach alle Angaben korrekt einzutragen. Ist der Wintergarten Teil eines Neubaus übernimmt meist der Architekt den Antrag und die Einholung der Baugenehmigung. Aber auch wenn Sie bereits ein Haus besitzen und den Wintergarten nachträglich anbauen lassen wollen, sollten Sie sich an einen Fachmann wenden. Viele Handwerksbetriebe haben sich auf den Bau von Wintergärten spezialisiert und übernehmen gerne auch die Behördengänge zur Erledigung der Formalitäten.


Autor: MyHammer


Hier finden Sie auch einen Überblick zu Arten, Materialien und Kosten eines Wintergartens.

Wichtige Informationen

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