Ihr möchtet beim Studium im Ausland neue Erfahrungen sammeln?

Das ist bei Auslandssemester und Auslandspraktikum zu beachten!

Möchtet ihr die Welt erkunden, neue Erfahrungen sammeln und internationale Freunde finden? Dann ist ein Auslandssemester oder ein Auslandspraktikum genau das Richtige. Ihr lebt für eine bestimmte Zeit in einem anderen Land, setzt euer Studium an einer anderen Universität fort und lernt Leute, Kulturen sowie Sprachen besser kennen. Aber worauf kommt es bei einem Auslandssemester eigentlich an? Wir zeigen, was ein Auslandspraktikum kostet, wie ihr es finanziert und was ihr in der Zwischenzeit mit dem WG-Zimmer oder der Wohnung in der Heimat macht.

Was bringt ein Auslandssemester und welche Länder sind beliebt?

Jahr für Jahr entscheiden sich mehr als 40.000 deutsche Studenten für ein Auslandssemester oder ein Auslandspraktikum. Denn die Zeit im fremden Land bringt viele neue Erfahrungen. Ihr lernt neue Freunde kennen, festigt eure Sprachkenntnisse und erlernt interkulturelle Kompetenzen. Punkte, die euch persönlich wie auch beruflich nach vorn bringen. So schätzen auch viele Personaler das Auslandssemester. Denn es zeigt Initiative und viel Selbstständigkeit. Wo es zum Studieren hingehen soll, hängt dabei ganz von euch ab. Besonders beliebt:

  • Österreich
  • Spanien
  • Großbritannien
  • Schweden
  • USA
  • China
  • Frankreich
  • Türkei
  • Irland
  • Niederlande

Was muss ich beim Wohnen im Ausland alles beachten?

Geht es um das Thema Wohnen, gibt es bei einem Auslandssemester einiges zu beachten. So solltet ihr euch rechtzeitig um einen günstigen Platz im Wohnheim bewerben. Wie in Deutschland sind die Zimmer auch im Ausland knapp und meist schnell vergeben.

Etwas individueller ist dagegen ein WG-Zimmer im Auslandssemester. Dabei lebt ihr Zusammen mit Einheimischen und lernt Sprache und Kultur noch schneller kennen. Finden könnt ihr die Unterkünfte zum Beispiel im Internet oder in sogenannten Housing-Lists der jeweiligen Universität. Natürlich könnt ihr euch bei einem Auslandssemester oder einem Auslandspraktikum auch erst einmal in einem lokalen Hostel einquartieren. Die Herbergen haben meist schwarze Bretter, an denen freie WG-Zimmer ausgeschrieben sind. Entscheidet ihr euch für diesen Weg, solltet Ihr schnell viele Besichtigungstermine vereinbaren, um eine passende Bleibe für das nächste Semester zu finden.

Neben Wohnheim und WG habt ihr auch die Möglichkeit, eine eigene Wohnung anzumieten. Durch die kurze Mietdauer und die hohen Kosten kommt das allerdings für die wenigsten infrage.

Unser Tipp: Informiert euch bei Rückkehrern oder direkt am International Office der Auslands-Uni über den Wohnungsmarkt vor Ort. Auf diese Weise erfahrt ihr, was ein Auslandspraktikum oder ein Auslandssemester kostet, wo Wohnungen verfügbar sind und welche Stadtteile Ihr von vornherein meiden solltet.

Wie viel kostet das Studieren in anderen Ländern eigentlich?

Was ein Auslandssemester kosten kann, hängt vor allem davon ab, wie ihr die Reise ins Ausland antretet. Wechselt ihr für eine gewisse Zeit zu einer Partner-Uni, fällt mit den Studiengebühren oft eine große Belastung weg. Weitere Vorteile dieser Variante: Der Organisationsaufwand sinkt und eure Leistungen werden sicher auch in Deutschland angerechnet. Anders ist das, wenn ihr als Freemover in das Auslandssemester startet. Denn hier müsst ihr die Organisation komplett selbst übernehmen. Ihr müsst häufig Studiengebühren zahlen und sicherstellen, dass eure Heim-Uni die Credit-Points aus dem Auslandssemester auch anerkennt.

Neben den Studiengebühren kommen im Auslandspraktikum oder im Auslandssemester auch weitere Kosten auf euch zu. Diese fallen vor allem für Miete, Essen, Trinken, Reisen sowie Versicherungen an. Das Portal mystipendium.de hat die Ausgaben für verschiedene Länder berechnet:

Land Auslandssemester Kosten pro Monat
Schweiz 2.000 Euro
Norwegen 1.300 Euro
Großbritannien 1.200 Euro
Niederlande 1.100 Euro
Kanada, Japan 1.000 Euro
Dänemark, Australien 950 Euro
Spanien, Frankreich 900 Euro
USA, Schweden, Italien, Neuseeland 850 Euro
Finnland, Irland, Luxemburg 800 Euro
Belgien 750 Euro
Ungarn, Lettland, Griechenland 600 Euro
Türkei, Tschechische Republik 550 Euro
China, Portugal, Slowakei 500 Euro
Polen 450 Euro
Rumänien, Russland 400 Euro

Die Angaben in der Tabelle zeigen, wie viel ein Auslandssemester kosten kann. Die Zahlen sind Durchschnittswerte, die abhängig von der gewählten Stadt, euren Gewohnheiten und eurem Lebensstil auch höher oder niedriger ausfallen können.

(Datenquelle: https://www.mystipendium.de/studium/auslandssemester)

Förderung und Finanzierung: Wie bezahle ich ein Auslandssemester?

Bei einem Auslandssemester können hohe Kosten anfallen, die ihr monatlich zahlen müsst. Da ist es sinnvoll, bereits im Voraus einiges zu sparen. Bei den übrigen Ausgaben helfen euch Förderprogramme, Stipendien und Studienkredite.

  • Auslands-BAföG: Die beste Möglichkeit zur Finanzierung des Auslandssemesters ist das sogenannte Auslands-BAföG. Für Studiengebühren, Lebenshaltungskosten und Reisen bekommt ihr hier bis zu 9.000 Euro pro Semester. Die tatsächliche Höhe hängt jedoch von eurem Einkommen und dem Einkommen eurer Eltern ab. Auslands-BAföG gibt es unabhängig von eurem Notendurchschnitt. Ihr müsst es allerdings mindestens sechs Monate vor dem Studium im Ausland beantragen. Wichtig ist auch, dass ihr das Auslandssemester in der Regelstudienzeit absolviert.
  • ERASMUS: Eine Alternative zum BAföG ist das ERASMUS-Programm der Europäischen Kommission. Über dieses könnt ihr an europäischen Partnerschulen eurer Uni studieren. Ihr zahlt keine Studiengebühren und bekommt zudem finanzielle Unterstützung. Die Förderung von bis zu 500 Euro pro Monat müsst ihr nicht zurückzahlen. Außerdem bleibt euer BAföG-Anspruch im Auslandssemester weiterhin bestehen.
  • Stipendien: Neben BAföG und ERASMUS könnt ihr die im Auslandssemester entstehenden Kosten auch mit Stipendien decken. Diese gibt es von Regierungen, Botschaften, politischen Stiftungen oder Unternehmen. Die Zuschüsse können sehr unterschiedlich ausfallen, sind dafür aber auch nicht zurückzuzahlen. Wichtig zu wissen: Ein Stipendium ist in der Regel auch vom Notendurchschnitt abhängig.
  • Studienkredit: Fehlt noch Geld, um die Kosten im Auslandssemester oder im Auslandspraktikum abzudecken, könnt ihr auch einen Studienkredit beantragen. Hier bekommt ihr etwa 100 bis 1.000 Euro pro Monat, die ihr jedoch voll zurückzahlen müsst.

Unser Tipp: Geht es um die Finanzierung und Förderung eures Auslandssemesters, solltet ihr euch zunächst an das Auslandsamt eurer Hochschule wenden. Die Experten haben viel Erfahrung mit dem Thema. Sie geben wertvolle Tipps und beraten euch individuell. Nützliche Hinweise bekommt ihr natürlich auch von Rückkehrern.

Kann ich im Auslandssemester Kosten von der Steuer absetzen?

Werden die Studienleistungen aus dem Ausland an eurer Universität anerkannt, lassen sich viele Kosten auch steuerlich absetzen.

So zum Beispiel:

  • Reisekosten
  • Unterkunftskosten
  • Verpflegungskosten
  • Studiengebühren
  • Studienkredite
  • Bewerbungskosten

Darüber hinaus lassen sich auch Ausgaben für Literatur, Sprachtests, Versicherungen oder spezielle Arbeitsmittel von der Steuer absetzen. Wichtig ist jedoch, dass ihr auch im Heimatland eine eigene Wohnung habt.

Welche Versicherungen sollte ich für ein Auslandspraktikum abschließen?

Ein Auslandssemester bietet große Möglichkeiten, sowohl privat als auch beruflich weiterzukommen. Bei dem Aufenthalt in der Ferne kann jedoch auch einiges schiefgehen. Mit den richtigen Versicherungen beugt ihr hohen Kosten vor. Ihr sichert euch für Notfälle ab und könnt beruhigt in das Auslandspraktikum oder Auslandssemester starten.

Wichtig ist dabei vor allem:

  • die Auslandskrankenversicherung für Aufenthalte außerhalb der EU (im europäischen Raum greift in der Regel eure bestehende Krankenversicherung)
  • eine Unfall-, Haftpflicht- und Reisegepäckversicherung
  • eine Reiserücktritts- und Reiseabbruch-Versicherung
  • eine Flugstornokosten-Versicherung

Unser Tipp: Informiert euch auch hier bei Rückkehrern oder direkt am Auslandsamt eurer Universität. Bevor ihr die Versicherungen abschließt, solltet ihr außerdem verschiedene Angebote vergleichen. So bekommt ihr die besten Leistungen zu den günstigsten Konditionen.

Kann ich meine Wohnung oder mein WG-Zimmer einfach untervermieten?

Bei einem Auslandspraktikum oder einem Auslandssemester können hohe Kosten entstehen. Hinzu kommt oft auch die Mietbelastung der eigenen Wohnung oder des WG-Zimmers in der heimischen Studentenstadt. Das muss allerdings nicht sein. Denn unter bestimmten Voraussetzungen könnt ihr Wohnungen und WG-Zimmer für die Zeit im Ausland auch unter- oder zwischenvermieten. Wichtig ist dabei vor allem, dass euer Vermieter dem Vorhaben zustimmt. Günstig ist eine schriftliche Erlaubnis, die ihr bei eventuellen Streitfragen auch vorlegen könnt.

Um euch vor den Risiken der Zwischenmiete abzusichern, solltet ihr außerdem auch einen Mietvertrag mit den neuen Bewohnern abschließen. Wie das funktioniert und wie der Vertrag aussehen kann, erklären wir euch im Beitrag Untermietvertrag. Hier findet ihr auch eine pdf-Vorlage zum Ausdrucken.

Jetzt habe ich solange nach dem perfekten WG-Zimmer gesucht! Muss jetzt alles wieder auf Anfang?!

HowToTeaser Arne Miete in Studentenstädten Youtube Vorschaubild

Nein! Aber ihr benötigt gute Gründe, wenn ihr euer Zimmer weitervermieten wollt.

Arne hilft euch weiter