Ihr wollt euer WG-Zimmer untervermieten?

Darauf müsst ihr bei einem Untermietvertrag achten!

Ab nach Paris, London oder doch weiter weg zum Auslandssemester. Vielleicht hat aber auch das Praktikum in Wien oder Rom geklappt. Doch eigentlich hast du erst dein perfektes WG-Zimmer gefunden. Damit du das nicht gleich wieder aufgeben musst, gibt es die Möglichkeit, dein Zimmer für den entsprechenden Zeitraum einfach zur Untermiete anzubieten. Wir erklären dir, worauf es beim Untermietvertrag ankommt und bieten dir einen kostenlosen Vordruck an.


Nach der Freude darüber, dass es mit dem Auslandssemester oder dem Praktikum in deiner Wunschstadt geklappt hat, folgt schnell die Frage nach, was mit dem WG-Zimmer erfolgen soll. Muss die Suche wieder von vorne beginnen? Keine Sorge, dein perfektes WG-Zimmer musst du nicht unbedingt gleich wieder aufgeben. Du hast die Möglichkeit für die Dauer deines Aufenthalts dein Zimmer zur Untermiete anzubieten. Dadurch musst du nicht zwei Mieten zahlen und kannst nach deiner Rückkehr wieder in dein altes Zimmer ziehen. Doch die Frage ist: "Darf ich das?"

Eigentümer müssen Zwischen- und Untervermietung erlauben

Was viele nicht wissen: Wohnungseigentümer müssen die Untervermietung erlauben. Lässt du andere Personen ohne Zustimmung des Vermieters in deiner Wohnung wohnen, musst du unter Umständen sogar mit der fristlosen Kündigung rechnen.

Das gilt jedoch nicht für:

  • Ehepartner, Eltern oder Kinder
  • Besucher, die längere Zeit bleiben
  • Hausangestellte und Pfleger

Der Einzug dieser Personengruppen ist nicht genehmigungspflichtig. Wichtig ist allerdings, dass du den Eigentümer über neue Bewohner informierst. Ist eine Erlaubnis zur Zwischenmiete erforderlich, solltest du diese schriftlich einholen. Denn in Streitfällen musst du nachweisen, dass die Zustimmung tatsächlich besteht.

Eine Ablehnung können Vermieter übrigens erteilen, wenn:

  • du kein berechtigtes Interesse an der Untervermietung hast
  • die Räumlichkeiten für die geplante Nutzung zu klein sind
  • neue Mitbewohner den Hausfrieden stören könnten
  • die Vermietung an Urlauber und Touristen erfolgen soll

In solch einem Fall gibt es jedoch ein Sonderkündigungsrecht. Außerdem kannst du versuchen, das Recht zur Untervermietung einzuklagen.

Möchtest du eine neue WG gründen, solltest du die Erlaubnis zur Untervermietung am besten schon bei der Anmietung der Wohnung einholen. Steht ein entsprechender Passus im Mietvertrag, kannst du Mitbewohner später ohne Abstimmung mit dem Eigentümer auswählen und einziehen lassen. Wichtig ist jedoch, dass du den Vermieter über jeden Bewohnerwechsel informierst.

Der Untermietvertrag: Diese Punkte sind zu beachten

Möchtest du einzelne Räume deiner Wohnung untervermieten, darf ein sogenannter Untermietvertrag nicht fehlen.

Das Dokument regelt die wichtigsten WG-Fragen und sollte folgende Punkte beinhalten:

  • die festgesetzte Miete für die Untervermietung
  • die Höhe und Aufteilung der Nebenkosten
  • Regelungen über die Mietkaution und ihre Höhe
  • Kündigungsfristen oder einen festgelegten Zeitraum für die Zwischenvermietung
  • Absprachen zur Aufnahme neuer Mitbewohner
  • Informationen zur Aufstellung eines Reinigungsplans
  • genaue Angaben zu den Räumen für die Untervermietung
  • eine Auflistung von Räumen und Geräten zur gemeinsamen Nutzung
  • Informationen darüber, wie Ihr mit Schönheitsreparaturen umgeht

Liegt die Erlaubnis zur Untervermietung für die WG vor, kannst du den Untermietvertrag mit deinen neuen Mitbewohnern abschließen. Ganz einfach funktioniert das mit unserem Vordruck.

Miete, Kaution und Kündigung bei Untervermietung

Der Untermietvertrag enthält Informationen darüber, wie ihr in Zukunft mit Miet-, Kautions- und Nebenkosten umgehen werdet. Die Miete selbst könnt Ihr dabei fair auf alle Parteien aufteilen. Ganz einfach funktioniert das zum Beispiel über die anteilige Wohnfläche. Hat ein Zimmer einen Balkon oder eine Terrasse? Dann ist auch ein spezieller „Schönheitszuschlag“ möglich. Genau wie die Miete lassen sich auch die Nebenkosten der Wohnung flächenabhängig verteilen. Aber Achtung: Ziehst du als Hauptmieter Gewinne aus der Untervermietung, musst du diese versteuern.

Die Kaution für die Wohnung musst du als Hauptmieter zunächst selbst stellen. Denn du haftest für Schäden sowie ausbleibende Mietzahlungen. Um dich besser abzusichern, kannst du von deinen Untermietern aber auch eine Kaution verlangen. Üblich ist hier die zweifache Höhe der Zimmermiete. Du musst die Kaution für die Zeit der Anmietung verwahren und nach dem Auszug deiner Mitbewohner zurückzuzahlen. Zumindest dann, wenn diese keine Schäden verursacht haben.

Geht es um die Kündigungsfrist, gelten bei einem Untermietvertrag die gleichen Regelungen wie bei jedem anderen Mietvertrag. Bei der Untervermietung eines leeren Zimmers können Mitbewohner innerhalb von drei Monaten kündigen. Bei möblierten Zimmern sind es in der Regel 14 Tage. Als Hauptmieter kannst du einen Untermietvertrag auch fristlos kündigen. Und zwar immer dann, wenn deine Mitbewohner ihre Miete nicht zahlen. Die Kündigung muss dabei schriftlich erfolgen und eine angemessene Räumungsfrist von ein bis zwei Wochen berücksichtigen. Ziehen deine Untermieter danach nicht aus, bleibt dir noch die Möglichkeit einer kostspieligen Räumungsklage.

Welche Rechte und Pflichten haben Haupt- und Untermieter?

Als Hauptmieter übernimmst du zunächst die gesamte Verantwortung für die Wohnung. Du bist der einzige Ansprechpartner für den Vermieter, musst eine Kaution hinterlegen und die vereinbarte Miete zahlen. Gegenüber Untermietern trittst du jedoch selbst als Vermieter auf. Das heißt: Du verlangst die fristgemäße Zahlung der Miete, der vereinbarten Nebenkosten und einer Kaution, sofern ihr diese vereinbart habt. Untermieter schließen einen Untermietvertrag mit dir und gehen dann ein normales Mietverhältnis ein.

Wie finde ich einen passenden Untermieter für meine Wohnung?

Bist du auf der Suche nach einem Mitbewohner zur Zwischenmiete? Dann findest du Interessenten vor allem im Internet. Hier gibt es neben den bekannten Immobilienportalen zahlreiche Dienstleister, die sich auf die Vermittlung von WG-Zimmern spezialisiert haben. Zusätzlich lohnt es sich immer, eine Anzeige in der Zeitung aufzugeben, an der Uni einen Aushang am schwarzen Brett zu machen oder du hörst dich einfach im Freundes- und Bekanntenkreis ein wenig um.

Jetzt habe ich solange nach dem perfekten WG-Zimmer gesucht! Muss jetzt alles wieder auf Anfang?!

HowToTeaser Arne Miete in Studentenstädten Youtube Vorschaubild

Nein! Aber ihr benötigt gute Gründe, wenn ihr euer Zimmer weitervermieten wollt.

Arne hilft euch weiter