Kosten senken beim Immobilienkauf.

Mit Eigenkapital in die Baufinanzierung.

Wer den Kauf von Haus oder Wohnung günstig finanzieren möchte, muss über ausreichend Eigenkapital verfügen. Denn das Geld, das nicht von der Bank kommt, erhöht die Chance einer Kreditzusage. Es sorgt für bessere Konditionen und mindert die Kosten des Darlehens. Aber was ist Eigenkapital und wie viel benötigen Sie bei einer Baufinanzierung eigentlich?

Was ist Eigenkapital und warum ist es wichtig?

Unter Eigenkapital werden alle Mittel verstanden, die Sie selbst in eine Baufinanzierung einbringen und die den Bedarf an Fremdkapital durch das Kreditinstitut senken. Beim Kauf einer Immobilie sollte Eigenkapital zumindest in Höhe der anfallenden Nebenkosten, die keinen realen Gegenwert zur Finanzierung liefern, vorhanden sein. Durch Rücklagen und Sicherheiten senken Sie Ihr Finanzierungsrisiko, was Banken in der Regel mit besseren Konditionen honorieren. So fallen die Zinssätze niedriger aus und Sie können die Restschuld bei der gleichen monatlichen Rate in kürzerer Zeit tilgen.

Bei ausreichend Sicherheiten und einer guten Bonität bieten einige Banken auch eine 100- oder 110-Prozent-Finanzierung an. Während Ihr eigenes Kapital im ersten Fall die Nebenkosten für Makler, Notar und Grundbucheintrag abdeckt, finanzieren Sie im zweiten Fall auch diese Ausgaben mit. Die Darlehenssumme ist dann allerdings höher als der Wert der Immobilie und ein Verkauf würde der Bank nicht die gesamte Kredithöhe einbringen. Das höhere Risiko einer Baufinanzierung ohne Eigenkapital sorgt für steigende Zinsen und höhere Kosten.

Wie viel Eigenkapital ist für die Baufinanzierung nötig?

Möchten Sie Ihre Chance auf eine Kreditzusage steigern und von günstigeren Konditionen profitieren, sollten Sie etwa 15 bis 30 Prozent Eigenkapital in die Baufinanzierung einbringen. Das Geld deckt die anfallenden Nebenkosten und einen Teil des Kaufpreises ab. Geht es zum Beispiel um die Finanzierung einer Immobilie im Wert von 250.000 Euro, sollten Sie über Eigenkapital in Höhe von 37.500 bis 75.000 Euro verfügen.

Zinsaufschläge gibt es allerdings schon dann, wenn die Kreditsumme 50 Prozent des Immobilienwertes übersteigt. Während diese bei einer Beleihung von 50 bis 70 Prozent 0,05 bis 0,10 Prozentpunkte ausmachen, steigt der Zins bei einer 80 bis 100 Prozent-Finanzierung um 0,2 bis 1,0 Prozentpunkte an.

Was zählt bei einem Darlehen zum Eigenkapital?

Zum Eigenkapital gehört zunächst all das Geld, das Sie vor dem Haus- oder Wohnungskauf angespart haben. Darüber hinaus gibt es auch zahlreiche weitere Eigenkapitalformen. Die folgende Liste gibt einen Überblick:

Bargeld und angespartes Vermögen

Bargeld oder angespartes Vermögen auf Sparbüchern, Tagesgeld- sowie Festgeldkonten und Mittel aus Verkäufen von Wertpapieren.

Gegenwert einer Lebensversicherung

Erlöse aus dem Verkauf oder der Abtretung einer Lebensversicherung.

Darlehen von Arbeitgebern und Verwandten

Geliehenes Geld von Arbeitgebern, Freunden oder Familienangehörigen. Während vertraglich geschlossene Arbeitgeberdarlehen über einen Mindestzinssatz verfügen müssen, können Sie die Konditionen von Privatkrediten frei vereinbaren.

Eigenleistung bei Neubau oder Sanierung

Viele Banken akzeptieren auch die sogenannte Muskelhypothek als Eigenkapital. Anrechenbar sind dabei fünf bis zehn Prozent der Kreditsumme für Leistungen, die Sie selbst oder zusammen mit Helfern (Freunde oder Familie) erbringen. Wer selbst über eine handwerkliche Ausbildung verfügt, kann sich sogar bis zu 15 Prozent der Kreditsumme als Eigenanteil anrechnen lassen.

Bereits erworbene Grundstücke

Schuldenfreie Grundstücke zählen bei einem Neubau ebenfalls zum Eigenanteil.

Öffentliche Fördermittel

Fördermittel senken die zu finanzierende Summe und gehen ebenfalls als Eigenkapital in die Baufinanzierung ein. Verfügbar sind diese unter anderem bei besonders energieeffizienten Neubauvorhaben oder energetischen Sanierungen

Riester-Renten

Auch das bereits eingezahlte Vermögen in eine Riester-Rente akzeptieren Banken als Eigenanteil. Wichtig zu wissen ist, dass Sparer in der Regel nur über das Vermögen verfügen können, das sie seit 2010 eingezahlt haben.

Bauspardarlehen

Wer einen Bausparvertrag abgeschlossen hat, kann diesen ebenfalls als Eigenkapital einbringen. In der Regel betrifft das allerdings nur das bereits angesparte Vermögen aus der sogenannten Sparphase.

Wie kann man Eigenkapital ansparen?

Grundsätzlich gibt es verschiedenste Möglichkeiten, Eigenkapital anzusparen. Neben Termingeld oder Sparbüchern können Sie Geld auch auf dem eigenen Konto oder bar ansparen. Sie haben die Möglichkeit an der Börse zu spekulieren oder in Fondssparpläne zu investieren. Sicherer sind hingegen Riester- oder Bausparverträge. Wichtig ist allerdings, dass das Geld auch dann verfügbar ist, wenn Sie es benötigen. Während das bei Vermögenswerten auf dem eigenen Konto kein Problem darstellt, können Anlagen für längere Zeit gesperrt sein. Möchten Sie das Geld früher auslösen, fallen meist Gebühren und Kosten an, die zu einem Wertverlust führen.

Wichtige Informationen

Bitte beachten Sie: Unsere Ratgeberartikel ersetzen keine Beratung durch einen Gutachter oder Juristen. Bei Unsicherheiten oder Fragen wenden Sie sich daher bitte immer persönlich an einen Fachanwalt oder Gutachter. Bei Fragen zu Finanzierungen, Bausparen oder Versicherungen stehen Ihnen unsere Berater natürlich jederzeit zur Verfügung. Bei Fragen rund um die Immobilienvermittlung stehen Ihnen unsere Immobilienexperten gerne zur Seite.