Steigende Bauzinsen | Wüstenrot

Aktuell steigen die Bauzinsen. Wie sollte man jetzt handeln?

Sie besitzen eine Immobilie oder haben vor, eine zu kaufen und zu finanzieren? Bis vor kurzem kannten die Bauzinsen nur eine Richtung: nach unten. Das hat sich geändert. Neben stetig steigenden Immobilienpreisen haben zuletzt auch die Zinsen wieder angezogen. Das erzeugt Fragen: Stehen wir am Beginn einer Zinswende? Welche Auswirkungen hat das für Baufinanzierungen? Was sollte ich jetzt tun? Hier erfahren Sie alles, was Sie über die aktuelle Entwicklung am Zinsmarkt wissen müssen, wie sich steigende Zinsen ganz konkret auswirken und welche Vorteile Ihnen Bausparen und Forward-Darlehen jetzt bieten.

Wie entwickeln sich die Zinsen aktuell?

Abbildung: Stark sinkende Bauzinsen in den letzten 20 Jahren

Es ist eine Trendwende zu beobachten: Die Zinsen für Darlehen steigen. Bereits Anfang des Jahres 2021 sorgte ein nervöser Markt für Dynamik. Um über 0,2 Prozentpunkte erhöhten sich die Konditionen bei 10- und 15-jährigen Zinsbindungen im Februar und März. Im Mai stiegen die Bauzinsen weiter. Kein Grund zur Panik – historisch betrachtet befinden sich die Bauzinsen immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau. Die aktuellen Zahlen entsprechen in etwa denen von Ende 2019 und Anfang 2020. Im Jahr 2008 – kurz vor der Finanzkrise – lagen die Zinsen für Darlehen noch bei rund fünf Prozent. In den 1980er Jahren waren sogar bis zu zehn Prozent möglich.

Was ist der Effektivzinssatz?

Sowohl Sollzins als auch Effektivzins bzw. effektiver Jahreszins bezeichnen die Bezahlung an die Bank dafür, dass Sie sich von ihr einen Geldbetrag leihen können. Der Effektivzins ist aussagekräftiger, wie viel Sie ein Kredit pro Jahr tatsächlich kostet. Denn zum Sollzins kommen weitere Kosten hinzu, die im Effektivzins miteinberechnet werden. Dazu gehören:

  • die Höhe des Darlehens
  • der Tilgungssatz (wie viel Prozent des Darlehens pro Jahr zurückgezahlt wird)
  • die Sollzinsbindung (wie lange der Zinssatz fest bleibt)
  • das Disagio (der Auszahlungskurs des Darlehens)

Nicht eingerechnet werden: Kontoführungsgebühren, Kosten für eine Restschuld- oder Kreditversicherung, Gebühren bei Sondertilgungen.

Zinsbegriffe erklärt: Sollzins und Effektivzins

Und wie entwickeln sich die Immobilienpreise?

Unverändert zeigt sich dagegen der Preistrend am Immobilienmarkt. Eine von vielen Experten prognostizierte Bremse durch die Corona-Pandemie blieb aus. Im Gegenteil: Innerhalb eines Jahres stiegen die Immobilienpreise zuletzt um 11 Prozent (laut Europace Hauspreis-Index). Die Nachfrage ist weiterhin sehr hoch.

Bis vor kurzem konnten sich angehende Eigentümer trösten: Steigende Immobilienpreise wurden von einer sinkenden Zinsentwicklung immerhin zum Teil kompensiert. Diese Zeiten scheinen mit der beobachteten Trendwende vorbei. Wenn die Bauzinsen steigen, wirkt sich das auf die monatliche Belastung, also die Rate, aus.

Welche Faktoren beeinflussen die Zinsentwicklung?

Der Wirtschaft geht es mit einem absehbaren Ende der Corona-Pandemie besser: Die Nachfrage ist wieder am Wachsen, es wird vermehrt investiert.

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Das Preisniveau von allgemeinen Gütern und auch Dienstleistungen erhöht sich aktuell – die Preise in der EU steigen um bis zu 2 %. In Deutschland haben wir mit einer Verteuerung von Waren um 2,5 % sogar den höchsten Stand seit einem Jahrzehnt (laut Statistischem Bundesamt).

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Die momentane Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sieht vor, dass der Leitzins auf niedrigem Niveau bleibt. Zu diesem Leitzins leihen sich Banken selbst Geld bei der EZB. Die EZB setzt sich dafür ein, einen Zinsanstieg zu verhindern, um Konjunkturanreize zu setzen und den Arbeitsmarkt stabil zu halten.

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Banken handeln am Kapitalmarkt mit Pfandbriefen und Staatsanleihen, damit refinanzieren sie ihre Kredite. Diese Wertpapiere sind festverzinst. Aktuell liegen die Zinsen im Minusbereich, voraussichtlich nicht mehr lange – wegen des Anstiegs der Inflation. Wenn die Renditen der Bundesanleihen steigen, wirkt sich das auch auf die Bauzinsen aus.

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Was bedeuten steigende Zinsen für Käufer und Eigentümer?

Steigende Preise für Immobilien sind einerseits eine Belastung, doch auch eine Zinserhöhung kann zu Mehrbelastungen führen.

Ein Beispiel: Bei einem Nettodarlehensbetrag von 200.000 € bedeutet eine Erhöhung der aktuellen Bauzinsen um 1 Prozentpunkt Mehrkosten von 2.000 € pro Jahr.

Mögliche Erhöhung zwischen bisherigem und neuem Zinssatz p.a. 1 % - Punkt 2 % - Punkte 3 % - Punkte 4 % - Punkte
Mehrbelastung pro Monat (Nettodarlehensbetrag 200.000 EUR) 167 € 333 € 500 € 667 €
Mehrbelastung pro Jahr 2.000 € 4.000 € 6.000 € 8.000 €

Wen betrifft die Zinssteigerung?

Steigende Bauzinsen belasten nicht nur alle, die eine Finanzierung in der Zukunft planen, sondern auch wenn Sie bereits eine Immobilie besitzen und eine Anschlussfinanzierung ansteht. Auch minimale Zinssprünge machen sich bei einer großen Darlehenssumme bemerkbar.

Welche Möglichkeiten gibt es bei steigenden Zinsen?

Anschlussfinanzierung: niedrige Zinsen mit einem Forward-Darlehen

Das Zinsniveau ist heute noch niedrig – ein guter Zeitpunkt, durch eine Anschlussfinanzierung Ihre aktuelle Finanzierung auch in Zukunft abzusichern. Mit einem geringen Aufschlag behalten Sie so niedrige Zinsen.

So funktioniert ein Forward-Darlehen
Zum Wüstenrot Wohndarlehen Classic Forward

Bausparen: Zinsen sichern nach Ablauf einer Zinsbindung oder als Vorsorge

Mit einem Wohn- und Bausparvertrag spart man nicht nur Geld an, um sich einen zukünftigen Wohnwunsch zu ermöglichen. Dieser kann auch dafür eingesetzt werden, um sich niedrige Zinsen für eine spätere (Teil-)Ablösung eines bestehenden Darlehens frühzeitig zu sichern.

Mehr Informationen zum Bausparen

Wer jetzt eine Anschlussfinanzierung plant, kann sich mit einem Bausparvertrag oder einem Forward-Darlehen vor steigenden Zinsen schützen. In Zeiten eines Zinsanstiegs empfiehlt es sich, auf eine längere Zinsbindung zu setzen, um möglichst lange noch niedrige Zinsen garantiert zu bekommen.

Zinsrisiken sind ein wichtiges Thema, das man nicht vernachlässigen sollte. Gerne beraten wir Sie, wie Sie sich rechtzeitig absichern können – Ihr Wüstenrot-Berater hat das passende Angebot für Sie.

Wichtige Informationen

Bitte beachten Sie: Unsere Ratgeberartikel ersetzen keine Beratung durch einen Gutachter oder Juristen. Bei Unsicherheiten oder Fragen wenden Sie sich daher bitte immer persönlich an einen Fachanwalt oder Gutachter. Bei Fragen zu Finanzierungen, Bausparen oder Versicherungen stehen Ihnen unsere Berater natürlich jederzeit zur Verfügung. Bei Fragen rund um die Immobilienvermittlung und -verrentung stehen Ihnen unsere Immobilienexperten gerne zur Seite.

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