Immobilienpreise 2026: Aktuelle Entwicklungen und Prognosen
Das Wichtigste in Kürze:
- Wohnimmobilien werden 2026 weiter teurer – allerdings deutlich langsamer als im Vorjahr.
- Gestiegene Bauzinsen dämpfen die Nachfrage, der knappe Wohnraum stützt die Preise.
- Hohe Baukosten und lange Genehmigungsverfahren bremsen den Neubau anhaltend.
Das erfahren Sie in diesem Ratgeber:
Wie hoch sind die Immobilienpreise aktuell?
Wo ändern sich die Immobilienpreise besonders stark?
Was kostet ein Haus oder eine Wohnung im Durchschnitt?
Wie haben sich die Preise über die letzten 10 Jahre entwickelt?
Warum ist der Immobilienbedarf in Deutschland so hoch?
Wie beeinflussen die Bauzinsen die Immobilienpreise?
Prognose für Immobilienpreise: Wie geht es weiter?
1. Wie hoch sind die Immobilienpreise aktuell?
Wohnimmobilien werden 2026 weiter teurer – aber in deutlich kleineren Schritten als 2025. Im Jahresdurchschnitt 2025 stiegen die Preise laut Statistischem Bundesamt um 3,2 Prozent. Im zweiten Quartal 2026 betrug das Plus gegenüber dem Vorjahresquartal nur noch 0,6 Prozent.
Die wichtigsten Marktentwicklungen 2026:
- Höhere Bauzinsen: Gestiegene Energiepreise infolge des Konflikts im Nahen Osten haben die Inflation angeheizt. Als Reaktion darauf erhöhte die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen im Juni und September 2026. Bauzinsen mit zehnjähriger Zinsbindung liegen aktuell meist zwischen 4,1 und 4,6 Prozent.
- Wachsende Kaufkraft: Im zweiten Quartal 2026 stiegen die Nominallöhne um 4,1 Prozent, während die Verbraucherpreise um 2,5 Prozent zulegten. Daraus ergibt sich ein Reallohnplus von rund 1,6 Prozent.
- Knapper Wohnraum: Es werden weiterhin deutlich weniger Wohnungen gebaut als benötigt. Das stützt die Immobilienpreise, insbesondere in gefragten Regionen.
- Mehr Spielraum beim Kauf: Angebotspreise werden in Inseraten wieder häufiger nach unten angepasst. Das eröffnet Kaufinteressierten bessere Chancen bei Preisverhandlungen.
Wenn Sie eine Immobilie kaufen möchten, lohnt sich vor allem eins: frühzeitige Klarheit über Ihr Budget und Ihre Spielräume. Denn die Preise ziehen 2026 weiter an – gleichzeitig entwickelt sich der Markt je nach Region und Objekt sehr unterschiedlich. Ihr Wüstenrot-Berater unterstützt Sie gerne bei einer detaillierten Finanzierungsplanung.
2. Wo ändern sich die Immobilienpreise besonders stark?
Die Preise entwickeln sich 2026 je nach Region und Objektart unterschiedlich. Das zeigen die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Zusammengefasst gilt:
- Eigentumswohnungen verteuerten sich vor allem in Großstädten außerhalb der Metropolen.
- In den Top-7-Metropolen und in ländlichen Kreisen gaben die Wohnungspreise leicht nach.
- Häuser legten in fast allen Regionstypen zu, nur in dünn besiedelten ländlichen Kreisen llagen die Preise knapp unter dem Vorjahresniveau.
| Regionstyp | Eigentumswohnungen | Ein- und Zweifamilienhäuser |
|---|---|---|
| Top-7-Metropolen | −0,4 % | +0,7 % |
| Kreisfreie Großstädte (außer Top-7) | +2,0 % | +0,7 % |
| Dicht besiedelte ländliche Kreise | −1,8 % | +1,0 % |
| Dünn besiedelte ländliche Kreise | −0,6 % | −0,4 % |
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3. Was kostet ein Haus oder eine Wohnung im Durchschnitt?
Der EUROPACE Hauspreisindex bietet Einblicke in die aktuellen Kosten für Wohnimmobilien: In Deutschland kostet eine Eigentumswohnung im Schnitt rund 3.480 Euro pro Quadratmeter. Für ein Einfamilienhaus aus dem Bestand sind es etwa 3.030 Euro und für ein Neubauhaus rund 4.420 Euro. Hinzu kommen Kaufnebenkosten in Höhe von rund 9 bis 12 Prozent des Kaufpreises.
Wichtig: Die Immobilienpreise variieren je nach Ort und Region teilweise stark. Dementsprechend müssen Sie in den sieben größten Metropolen mit spürbar höheren Kaufpreisen rechnen als in ländlichen Regionen.
Beispiele für die durchschnittlichen Preise von Wohnimmobilien
| Immobilie | Ø Preis pro m² | Ø Gesamtpreis ohne Nebenkosten | Ø Gesamtpreis mit Nebenkosten (+10 %) |
|---|---|---|---|
| Eigentumswohnung, 75 m² | 3.480 € | 261.000 € | 287.100 € |
| Bestandshaus, 130 m² | 3.033 € | 394.290 € | 433.719 € |
| Neubauhaus, 130 m² | 4.418 € | 574.340 € | 631.774 € |
Kurz erklärt: Welche Regionen sind hier gemeint?
- Top-7-Städte: Dazu zählen Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf.
- Kreisfreie Großstädte (außer Top-7): Das sind größere Städte, die nicht zu den Top-7 gehören.
- Dicht und dünn besiedelte ländliche Kreise: Mit diesen Regionstypen unterscheidet das Statistische Bundesamt ländliche Räume nach ihrer Besiedlungsdichte.
4. Wie haben sich die Preise über die letzten 10 Jahre entwickelt?
Von 2015 bis 2022 sind die Immobilienpreise in Deutschland deutlich gestiegen. In diesem Zeitraum machten die niedrigen Bauzinsen den Erwerb von Wohneigentum für viele Menschen lange erschwinglich. Solange das Zinsniveau niedrig blieb, profitierte der Immobilienmarkt von einer hohen Nachfrage, was die Preise zusätzlich steigen ließ. Neben den günstigen Finanzierungskonditionen trugen auch steigende Baukosten zur Preisentwicklung bei.
Ab 2022 verlangsamte sich diese Entwicklung. Die Europäische Zentralbank erhöhte damals die Leitzinsen deutlich, um die Inflation zu bekämpfen. Dadurch stiegen auch die Bauzinsen, was die Nachfrage nach Immobilien spürbar dämpfte. Im Jahr 2023 gingen die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum daher in vielen Regionen Deutschlands erstmals seit mehr als zehn Jahren zurück.
Ab 2024 flachte der Preisrückgang bereits wieder ab. Viele Haushalte profitierten von einer steigenden Kaufkraft und zeigten wieder mehr Kaufbereitschaft. Gleichzeitig hatten sich die Bauzinsen bei etwa 3,5 bis 4 Prozent stabilisiert. Stabile Zinsen, gesunkene Preise und höhere Reallöhne verbesserten so die Erschwinglichkeit von Wohneigentum. Die wieder anziehende Nachfrage führte schließlich dazu, dass die Immobilienpreise 2025 erneut moderat zulegten.
Eine Immobilie kaufen und sanieren
Angesichts der aktuellen Marktlage bietet es sich an, eine ältere Immobilie günstig zu erwerben und anschließend zu sanieren. Denn für die energetische Sanierung eines Gebäudes können Sie aktuell umfangreiche staatliche Förderungen erhalten. So können die Gesamtkosten für den Kauf und die Sanierung deutlich geringer ausfallen als beim Kauf eines vergleichbaren Neubaus.
5. Warum ist der Immobilienbedarf in Deutschland so hoch?
Deutschland braucht seit Jahren mehr Wohnraum – und dieser Bedarf ist messbar und strukturell begründet. Vier Hauptfaktoren tragen dazu bei:
1. Geringe Umzugsbereitschaft
Neue Mietverträge sind meist deutlich teurer als bestehende, und die Angebotsmieten steigen weiter: im dritten Quartal 2026 um 3,7 Prozent zum Vorjahresquartal. Ein Umzug in eine kleinere Wohnung bringt daher oft keinen finanziellen Vorteil. Viele Haushalte bleiben in zu großen Wohnungen, und es kommen weniger Bestandswohnungen auf den Markt.
2. Hohe Baukosten und lange Verfahren
Der Neubau ist für viele Bauträger schlicht zu teuer. Besonders in nachgefragten Regionen wird oft nicht genug neues Bauland bereitgestellt. Das verknappt das Angebot und treibt die Preise für Bauflächen in die Höhe. Zudem bremsen hohe Baustandards, komplexe staatliche Auflagen und lange Genehmigungsverfahren neue Projekte aus.
3. Mehr Haushalte trotz sinkender Einwohnerzahl
Die Einwohnerzahl Deutschlands ist 2025 leicht gesunken. Der Bedarf an Wohnungen bleibt trotzdem hoch, denn die Haushalte werden kleiner: Rund 42 Prozent aller Haushalte waren 2025 Einpersonenhaushalte. Zwischen 2000 und 2025 stieg die Zahl der Haushalte um 8,7 Prozent.
4. Neubau deckt Nachfrage nicht vollständig ab
Im Jahr 2025 wurden nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt, so wenige wie zuletzt 2012. Laut Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) werden bis 2030 jährlich rund 320.000 neue Wohnungen benötigt.
Warum ist das relevant für Sie?
Diese strukturellen Faktoren beeinflussen direkt die Preise und die Verfügbarkeit von Immobilien. Bleiben die Nachfrage hoch und das Angebot langfristig begrenzt, steigt der Druck auf Kaufpreise und Mieten – vor allem in gefragten Regionen.
Nutzen Sie staatliche Förderungen für Ihren Immobilienkauf
Beim Kauf einer Immobilie können Sie von verschiedenen staatlichen Förderprogrammen profitieren. Unterstützung erhalten Sie unter anderem von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die zinsgünstige Kredite und Zuschüsse für bestimmte Vorhaben anbietet.
6. Wie beeinflussen die Bauzinsen die Immobilienpreise?
Die Immobilienpreise und Bauzinsen entwickeln sich häufig gegenläufig:
- Sinkende Zinsen erhöhen die Nachfrage nach Immobilien: Mit derselben Monatsrate ist ein höherer Kredit möglich. Dadurch können sich mehr Menschen Wohneigentum leisten, die Nachfrage steigt und die Immobilienpreise ziehen oft an.
- Steigende Zinsen bremsen den Immobilienmarkt: Mit derselben Monatsrate ist nur ein geringerer Kredit möglich. Viele Kaufinteressierte verschieben ihren Kauf, die Nachfrage sinkt, Preissteigerungen fallen geringer aus oder die Preise geben nach.
Aktuelle Zinsentwicklung
Die Bauzinsen mit zehnjähriger Zinsbindung liegen aktuell bei rund 4,1 bis 4,6 Prozent und damit spürbar höher als vor einem Jahr. Hauptgründe sind die gestiegenen Renditen langfristiger Bundesanleihen und die Zinspolitik der EZB. Für die kommenden Monate erwarten Fachleute überwiegend ein stabiles Zinsniveau.
Mit Bausparen für die Zukunft absichern
Mit einem Bausparvertrag wappnen Sie sich gegen unsichere Zeiten. Sichern Sie sich ein zinsgünstiges Darlehen, bauen Sie gleichzeitig Eigenkapital auf und profitieren Sie von staatlichen Förderungen.
7. Ist jetzt ein guter Zeitpunkt, eine Immobilie zu kaufen?
Den perfekten Zeitpunkt für einen Immobilienkauf kann niemand vorhersagen. Entscheidend ist vielmehr, dass der Kauf zu Ihrer aktuellen Lebenssituation und Ihrem Budget passt. Gemeinsam mit einem Wüstenrot-Berater finden Sie heraus, wann Ihr Traum vom Eigenheim in Reichweite liegt.
Die wichtigsten Argumente für und gegen den Immobilienkauf finden Sie hier im Überblick:
| Das spricht für einen Kauf jetzt | Das spricht fürs Abwarten |
|---|---|
| Aktuell finden Sie deutlich mehr Angebote als Anfang 2022. | Die Zinsen sind zuletzt erneut gestiegen und liegen aktuell bei rund 4,4 %. |
| Verkäufer senken ihre Angebotspreise wieder häufiger. | In einigen Regionen geben die Wohnungspreise noch leicht nach. |
| Inflationsbereinigt sind Wohnimmobilien günstiger als vor einem Jahr. | Mit mehr Zeit bauen Sie mehr Eigenkapital auf und verbessern Ihre Konditionen. |
| Die Angebotsmieten steigen weiter und verteuern das Mieten. | Ändert sich Ihre Lebensplanung bald, bleiben Sie zur Miete flexibler. |
| Staatliche Förderungen unterstützen Sie beim Erwerb von Wohneigentum. | Ein Kauf bindet Sie langfristig an einen Wohnort. |
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8. Prognose für Immobilienpreise: Wie geht es weiter?
Wie sich die Immobilienpreise 2027 entwickeln werden, lässt sich nicht sicher vorhersagen. Die meisten Prognosen gehen derzeit von moderaten Preissteigerungen aus. Viele dieser Einschätzungen wurden jedoch noch vor der Zinserhöhung im September 2026 veröffentlicht. Für die weitere Entwicklung gibt es sowohl Gründe für steigende als auch für stabile oder sinkende Preise:
- Das spricht für steigende Preise: Es werden weiterhin deutlich weniger Wohnungen gebaut als benötigt. Gleichzeitig steigen die Mieten, sodass Wohneigentum für viele Menschen attraktiver wird. Zudem haben viele Haushalte durch höhere Reallöhne wieder mehr Geld zur Verfügung.
- Das spricht gegen steigende Preise: Bauzinsen von meist über 4 Prozent machen die Finanzierung teurer und erschweren den Immobilienkauf. Außerdem sind weitere Zinserhöhungen durch die EZB nicht ausgeschlossen. Dass Verkäufer ihre Angebotspreise wieder häufiger senken, zeigt zudem, dass Käufer mehr Verhandlungsspielraum haben.
Lohnt sich eine Immobilie als Kapitalanlage?
Eine Immobilie ist nicht nur ein Wohnort – sie ist auch eine ideale Absicherung fürs Alter. Mehr dazu erfahren Sie in unseren Ratgebern zu den Themen Immobilien als Kapitalanlage und Immobilien als Altersvorsorge.
Wenn Sie darüber nachdenken, Ihr Geld in Aktien zu investieren, erfahren Sie in unserem Vergleich, ob sich Aktien oder Immobilien besser eignen.
Fazit: Mit solider Planung zum eigenen Zuhause
Die Immobilienpreise steigen 2026 weiter, aber in kleinen Schritten. Gleichzeitig sind die Bauzinsen deutlich gestiegen: Im Oktober 2026 liegen sie bei zehnjähriger Zinsbindung meist zwischen 4 und 4,5 Prozent. Für Ihren Wohnwunsch zählt deshalb vor allem eine solide Finanzierung.
Ihr Wüstenrot-Berater findet gemeinsam mit Ihnen die passende Lösung für Ihr Vorhaben.
Stand: Oktober 2026
Tipp:
In unseren Ratgebern finden Sie weitere Informationen rund um den Immobilienkauf und die Immobiliensuche.
Weitere Fragen zur Entwicklung des Immobilienmarkts
Bitte beachten Sie: Unsere Ratgeberartikel ersetzen keine Beratung durch einen Gutachter oder Juristen. Bei Unsicherheiten oder Fragen wenden Sie sich daher bitte immer persönlich an einen Fachanwalt oder Gutachter. Bei Fragen zu Finanzierungen, Bausparen oder Versicherungen stehen Ihnen unsere Berater natürlich jederzeit zur Verfügung. Bei Fragen rund um die Immobilienvermittlung und -verrentung stehen Ihnen unsere Immobilienexperten gerne zur Seite.