Frau liegt vor Notebook

Effiziente Klimaanlage zum Heizen und Kühlen. Die Wärmepumpe.

Wärmepumpen versorgen das Haus kostengünstig, effizient und umweltfreundlich mit wohliger Wärme. Sie beheizen die Räume, erwärmen das Trinkwasser und können das Haus im Sommer sogar kühlen. Den Einbau einer Wärmepumpe unterstützt der Staat seit 2020 mit Zuschüssen von 35 bis zu 45 Prozent.

Eine Wärmepumpe arbeitet wie ein Kühlschrank. Während dieser Energie aus dem Inneren nach draußen bringt, macht die Wärmepumpenheizung Sie nutzt kostenlose regenerative Umwelt-Wärme zum Heizen nutzbar. Anzapfen kann sie dabei das Erdreich, das Grundwasser oder die Luft in unserer Umgebung. Damit die Wärmepumpe effizient und sparsam arbeitet, sollte die Technik alle Räume im Haus auch mit niedrigen Vorlauftemperaturen beheizen können. Möglich ist das durch einen guten Wärmeschutz und große Heizflächen. Warum das so ist, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Prinzip Kühlschrank: Die Funktion der Wärmepumpe

Das Prinzip der Wärmepumpe ist das gleiche wie das eines Kühlschranks. Denn auch das Küchengerät bringt thermische Energie von einem niederen auf ein höheres Niveau. Während der Kühlschrank Wärme aus seinem Inneren an die Umgebung abgibt, holt die Wärmepumpe Umgebungswärme ins Haus. Möglich ist das mit einem geschlossenen Kreislauf. Nimmt ein sogenanntes Kältemittel Umweltwärme auf, verändert es seinen Aggregatzustand von flüssig zu gasförmig. Anschließend strömt das Medium durch einen Verdichter, der mit dem Druck auch die Temperatur anhebt. Ist der Kältemitteldampf warm genug, gibt er die mitgeführte Energie über einen Wärmeübertrager (Verflüssiger) an das Heizungswasser ab. Die Kältemitteltemperatur sinkt und das Medium verflüssigt sich. Ein Entspannungsventil sorgt dann dafür, dass es seinen Ausgangszustand wieder einnimmt und der Vorgang von vorn ablaufen kann.

Je größer der Temperaturunterschied zwischen der Umweltenergiequelle und dem Heizungswasser ist, umso mehr Energie muss die Wärmepumpe aufwenden, um das Kältemittel zu erhitzen. Aus diesem Grund lohnt sich die Technik vor allem in sanierten und neu gebauten Häusern. Diese lassen sich durch einen guten Wärmeschutz und gute Heizflächen mit niedrigen Vorlauftemperaturen betreiben und die Wärmepumpe verbraucht weniger Strom. Da die Anlage ohne Verbrennung läuft, ist ein Schornstein übrigens nicht erforderlich.

Strom oder Gas für die Wärmepumpenheizung

Neben der kostenfreien Umweltwärme benötigen Wärmepumpen Energie, um den technischen Prozess zu ermöglichen. Beziehen können sie diese aus Gas oder Strom. Elektrowärmepumpen sind dabei am weitesten verbreitet. Den Antriebsstrom können Hausbesitzer dabei aus dem öffentlichen Netz oder aus einer Erneuerbare-Energien-Anlage beziehen. Dafür lässt sich die Wärmepumpenheizung beispielsweise mit einer Photovoltaik-Anlage koppeln.

Drei verschiedene Varianten der Wärmepumpe

Die Funktion der Wärmepumpenheizung lässt sich mit verschiedenen Umweltenergiequellen realisieren. Zum Einsatz kommen dabei heute Luft-, Erd- oder Grundwasserwärmepumpen.

Luftwärmepumpe

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Abluft oder der Umgebungsluft eines Hauses die benötigte Wärme. Sie zeichnet sich durch vergleichsweise niedrige Investitionskosten aus. Allerdings sind die Effizienzwerte auch geringer als bei den anderen Wärmepumpen-Varianten.

Erdwärmepumpe

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt die sogenannte Geothermie (Erdwärme). Möglich ist das unter anderem mit Sonden, Flach- oder Grabenkollektoren. Dabei handelt es sich um Kunststoffrohrleitungen, die entweder tief ins Erdreich ragen oder knapp unter der Erdoberfläche verlaufen. Sie leiten die sogenannte Sole (Mischung aus Wasser und Frostschutzmittel) durch das Erdreich, die dabei Umweltwärme aufnimmt und zur Wärmepumpe transportiert. Der Aufwand für die Erschließung ist relativ hoch, dafür erzielt diese Wärmepumpenart hohe Effizienzwerte.

Grundwasserwärmepumpe

Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe entzieht dem Grundwasser Wärme. Die Voraussetzung dafür ist, dass Grundwasser in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Darüber hinaus benötigt diese Wärmepumpenart zwei Brunnen: einen Schluckbrunnen und einen Saugbrunnen. In der Regel ist für die Installation eine Genehmigung des örtlichen Wasserwirtschaftsamts nötig. Dafür erzielt diese Wärmepumpe die höchsten Effizienzwerte.

Aktiv und passiv Kühlen mit der Wärmepumpe

Im Sommer kann die Wärmepumpenheizung das Haus sogar kühlen. Aktiv funktioniert das, indem sie Wärme aus den Räumen auf das Kältemittel überträgt und dann wie eine konventionelle Klimaanlage nach außen abgibt. Besonders umweltfreundlich ist allerdings die passive Kühlung, die mit Erd- und Wasser-Wärmepumpen möglich ist. Dabei überträgt die Anlage Raumwärme auf das kühlere Erdreich oder Grundwasser. Der Kältemittelkreislauf ist nicht erforderlich und der Stromverbrauch sinkt auf ein Minimum. Damit Verbraucher ihr Haus mit einer Wärmepumpe kühlen können, sollten sie über eine Flächenheizung verfügen. Denn über diese nimmt die Heizung Raumwärme auf.

Wärmepumpen zur Wassererwärmung

Auf dem Vormarsch sind auch Trinkwasser- bzw. Warmwasserwärmepumpen. Sie funktionieren mit Abluft aus dem Haus und/oder Außenluft aus der Umgebung und werden ausschließlich zur Warmwasserbereitung genutzt. Koppeln Hausbesitzer die Geräte mit einer Photovoltaikanlage, kostet ihr Betrieb kaum Geld und die Energiebilanz des Hauses lässt sich weiter steigern.

COP und JAZ: Die wichtigsten Vergleichswerte für Wärmepumpen

Wie effizient eine Wärmepumpe arbeitet, lässt sich am Verhältnis der abgegebenen Wärme zum eingesetzten Strom messen. Ist der Quotient hoch, verbraucht die Heizung wenig Strom und arbeitet sparsam. In der Technik gibt es dabei zwei wichtige Kennwerte: Den COP-Wert und die JAZ.

Der COP (Coefficient of Performance) beschreibt das Verhältnis aus Heizleistung und Strombedarf unter standardisierten Bedingungen. Er entsteht bei Messungen im Labor und hilft, die Effizienz verschiedener Wärmepumpen miteinander zu vergleichen.

Die JAZ (Jahresarbeitszahl) beschreibt das Verhältnis von abgegebener Wärme zu aufgenommener Energie im Betrieb. Sie hängt neben dem Heizgerät selbst auch von der Einbindung in die Hausanlage sowie der Betriebsweise der Heizung ab und steht für die tatsächliche Effizienz.

Die Vorteile einer Wärmepumpenheizung im Haus

In einem durchschnittlichen 5-Personen-Haushalt lassen sich mit einer Wärmepumpe jährlich etwa 1.000 € Energiekosten sparen - im Vergleich zum Heizen mit einem fossilen Heizkessel (Quelle Bundesverband Wärmepumpe e.V.). Neben den niedrigen Heizkosten hat die Wärmepumpe weitere Vorteile:

Die Wärmepumpe kann auch kühlen

Eine Wärmepumpe kann nicht nur das Haus heizen und warmes Wasser bereiten, sie kann auch kühlen. Die Umbaumaßnahmen dafür sind nicht besonders aufwändig. Erd- und Wasserwärmepumpen arbeiten dabei an heißen Tagen ohne Verdichter und ohne Kompression. Luftwärmepumpen können das Haus hingegen wie eine Klimaanlage aktiv kühlen.

Ohne Schornstein geht’s auch

Da die Wärmepumpe nicht mit Verbrennungstechnik arbeitet, benötigt sie keinen Schornstein. Damit entfallen die Kosten für Kehren und Abgaskontrolle. Wer ein Haus baut und gleich eine Wärmepumpe einplant, kann sich auch die Kosten für den Bau des Schornsteins sparen.

Sehr robust und fast wartungsfrei

Da Wärmepumpen nach dem technisch ausgereiften Kühlschrankprinzip arbeiten, sind sie ausgesprochen lange haltbar. Die wenigen mechanischen Bauteile haben kaum Verschleiß und auch der Wirkungsgrad bleibt lange hoch. Der Wartungsaufwand hält sich dabei in Grenzen. Bei Luft-Luft-Wärmepumpe muss der Filter regelmäßig ausgetauscht und bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe muss der Kältemittelkreislauf regelmäßig überprüft werden.

Wärmepumpen steigern den Immobilienwert

All diese Vorteile führen dazu, dass eine Wärmepumpe den Wert der Immobilie steigert. Energetisch sanierte Gebäude und effiziente und kostengünstige Heizungsanlagen sind schlagkräftige Argumente in der Immobilienbewertung.

Die Kosten der Wärmepumpe

Für die Anschaffung und Installation einer Wärmepumpe inklusive Pufferspeicher müssen Hausbesitzer mit Kosten in Höhe von 9.000 bis 12.000 Euro rechnen. Das Erschließen der Wärmequelle und die Ausgaben für das Wärmeverteilsystem kommen gegebenenfalls dazu. So müssen für eine Grundwasserwärmepumpe noch der Saug- sowie der Schluckbrunnen angelegt und bei einer Erdwärmepumpe die Sonden oder Kollektoren verlegt werden. Die Luftwärmepumpe kommt mit sehr geringen Erschließungskosten aus. Denn sie benötigt lediglich kurze Luftkanäle oder steht selbst im Außenbereich. Damit betragen die Kosten für eine Wärmepumpe je nach Energiequelle zwischen 12.000 und 20.000 Euro.

Wärmepumpen-Förderung von 35 bis zu 45 Prozent

Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert der Staat die Anschaffung einer Wärmepumpe mit besonders hohen Zuschüssen. So gibt es 35 Prozent Förderung, wenn die neue Heizung die hohen Effizienzanforderungen für neue und bestehende Gebäude erfüllt. Wer eine alte Ölheizung durch eine Wärmepumpe austauscht, kann sogar Zuschüsse von bis zu 45 Prozent beantragen. Wichtig ist, dass Bauherren und Hausbesitzer die Anträge vor der Beauftragung einer Handwerksfirma online auf der Webseite des BAFA ausfüllen und absenden. Bequem geht das über den Wüstenrot Fördergeld-Service.

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Fördervoraussetzungen für Wärmepumpen im Bestand:

  • Einbau von Wärmemengen- und Stromzählern
  • JAZ von 3,8 bei Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen in Wohngebäuden
  • JAZ von 4,0 bei Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen in Nicht-Wohngebäuden
  • JAZ von 3,5 bei Luft/Wasser-Wärmepumpen
  • Hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage
  • Anpassung der Heizkurve an das Gebäude

Im Neubau gelten höhere Anforderungen für die Wärmepumpen-Förderung, wie die folgende Übersicht zeigt:

  • Kombination der Wärmepumpe mit einer Flächenheizung
  • Systemcheck nach einem Jahr ist Pflicht
  • JAZ von 4,5 bei elektrischen Wärmepumpen
  • JAZ von 1,6 bei Gaswärmepumpen
  • Alternativ zur höheren JAZ ist auch eine verbesserte Systemeffizienz möglich (geringerer Strombezug aus dem öffentlichen Netz)

Seit Januar 2020 gibt es außerdem einen neuen Steuerbonus für die Sanierung. Wer diesen nutzt, kann 20 Prozent seiner Sanierungskosten steuerlich geltend machen. Zulässig ist es dabei, einen Betrag von bis zu 40.000 Euro über drei Jahre von der Steuer abzusetzen. Der Bonus ist für Sanierungsarbeiten an selbst genutzten und mindestens 10 Jahre alten Wohngebäuden erhältlich und nachträglich über die Einkommensteuererklärung zu beantragen.



Stand: März 2020

Wichtige Informationen

Bitte beachten Sie: Unsere Ratgeberartikel ersetzen keine Beratung durch einen Gutachter oder Juristen. Bei Unsicherheiten oder Fragen wenden Sie sich daher bitte immer persönlich an einen Fachanwalt oder Gutachter. Bei Fragen zu Finanzierungen, Bausparen oder Versicherungen stehen Ihnen unsere Berater natürlich jederzeit zur Verfügung. Bei Fragen rund um die Immobilienvermittlung und -verrentung stehen Ihnen unsere Immobilienexperten gerne zur Seite.