Das Wichtigste zum CO2-Preis ab 2021.

Steigende Kosten für Heizöl und Erdgas? Das Wichtigste zum CO2-Preis ab 2021.

Mit dem CO2-Preis kommt ab 2021 eine weitere Maßnahme aus dem Klimaschutzpaket 2030 in der Praxis an. Die steuerähnliche Abgabe gilt dann für fossile Rohstoffe wie Heizöl und Erdgas. Sie bepreist die CO2-Emissionen und soll Einsparmaßnahmen attraktiver machen.

CO2-Preis berücksichtigt Emissionen fossiler Rohstoffe

Mit dem Klimaschutzpaket 2030 hat die Regierung Maßnahmen festgelegt, die zu einer signifikanten Verringerung der CO2-Emissionen führen sollen. Ein Beispiel dafür ist der CO2-Preis, den der Bundestag kürzlich beschlossen hat. Er verteuert fossile Kraft- und Brennstoffe, um regenerative Energieträger wettbewerbsfähiger zu machen. Auf diese Weise schafft der Staat Anreize, die Autofahrer und Hausbesitzer umdenken lassen. Denn wer auf nachwachsende Rohstoffe setzt, kann ab 2021 viel Geld sparen. So zumindest der Plan, den die Bundesregierung mit der CO2-Abgabe verfolgt.

Höhe und Entwicklung: Wie viel kostet CO2 ab 2021?

Um Betroffenen Zeit zum Reagieren zu lassen, steigt der CO2-Preis ab 2021 allmählich. Zunächst kostet eine Tonne Kohlendioxid 25 Euro. Bis zum Jahr 2025 steigt der Preis dann schrittweise auf bis zu 55 Euro pro Tonne an. Die folgende Übersicht zeigt die geplanten Kosten:

  • 2021: 25 Euro pro Tonne CO2
  • 2022: 30 Euro pro Tonne CO2
  • 2023: 35 Euro pro Tonne CO2
  • 2024: 45 Euro pro Tonne CO2
  • 2025: 55 Euro pro Tonne CO2

In den darauffolgenden Jahren hängt die Höhe von den erreichten CO2-Einsparungen ab. Sind diese deutlich zu gering, ist ein höherer CO2-Preis die Folge. Um Verbrauchern etwas Sicherheit zu geben, hat die Regierung für 2026 allerdings einen Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne Kohlendioxid festgelegt.

Versorger geben die Kosten an Endkunden weiter

Die Abgabe entsteht durch ein sogenanntes Emissionshandels-System. Dabei kaufen Versorger CO2-Zertifikate, um die entsprechende Brennstoffmenge in Verkehr bringen zu können. Die entstehenden Kosten schlagen sie dann auf die Brennstoffpreise auf, wodurch diese ab Januar 2021 steigen. Anlage 1 des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) regelt, für welche Kraft- und Heizstoffe der Emissionshandel Pflicht ist. Allgemein lässt sich sagen, dass alle fossilen Brenn- und Zusatzstoffe betroffen sind. Darunter Benzin, Diesel, Heizöl, Flüssiggas und Kohle. Befreit sind hingegen biogene Kraft- und Heizstoffe wie Biogas, Holz und Pellets.

Preissteigerung ab 2021: Brennstoffkosten im Überblick

Durch die CO2-Abgabe steigen die Preise für Benzin, Diesel und Heizöl 2021 um 7 bis 8 Cent pro Liter. Erdgas verteuert sich zum 01. Januar 2021 um etwa 0,5 Cent pro Kilowattstunde. Was das für Hausbesitzer heißt, hängt vor allem von der Art der Heizung und vom Energieverbrauch ab. Erdgas hat zum Beispiel einen CO2-Faktor von 202 Gramm pro Kilowattstunde. Wer jährlich 15.000 Kilowattstunden für Heizung und Warmwasser benötigt, emittiert damit rund 3 Tonnen CO2. Bei einem Preis von 25 Euro pro Tonne hat das Mehrkosten von 75 Euro zur Folge. Im Jahr 2025 steigt die Mehrbelastung durch den höheren CO2-Preis sogar auf rund 165 Euro im Jahr. Setzen Hausbesitzer auf Heizöl, fallen die Mehrkosten noch höher aus. Denn dann liegen sie durch die höhere CO2-Emission zwischen 100 und 220 Euro pro Jahr.1

Einnahmen ermöglichen finanzielle Entlastungen

Die CO2-Abgabe bringt dem Staatshaushalt ab 2021 viel Geld ein. Über Förderprogramme und finanzielle Entlastungen sollen Bürger die Mittel allerdings zurückbekommen. So sinkt zum Beispiel die Umlage für Strom aus erneuerbaren Energien, was leicht fallende Strompreise zur Folge hat. Außerdem steigen das Wohngeld und die Pendlerpauschale.

Die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung fließen aber auch in bessere Fördermittel für Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien und energetische Sanierungsmaßnahmen. Die Programme wurden zu Beginn 2020 novelliert und sind bereits heute mit deutlich besseren Konditionen ausgestattet.

Unabhängig vom CO2-Preis: So klappt es

Mit den richtigen Maßnahmen machen sich Hausbesitzer unabhängig von der kommenden CO2-Abgabe. Eine Möglichkeit ist es, den eigenen Energieverbrauch auf ein Minimum zu reduzieren. Etwa durch ein besonders sparsames Verhalten oder Dämmarbeiten am Haus. Alternativ oder ergänzend können Hausbesitzer beim Heizen auf regenerative Energien setzen. Entweder ganz einfach mit dem Bezug von Biogas, mit einer Solarthermieanlage oder einer neuen Heizung auf Basis regenerativer Energien. Zur Auswahl stehen hier unter anderem Wärmepumpen, Holzvergaserkessel oder Pelletheizungen.

Stand: Oktober 2020

* Fußnote

1 Quelle: CO2-Faktoren nach BAFA-Merkblatt (https://www.bafa.de/SharedDocs/Downloads/DE/Energie/eew_merkblatt_co2.pdf?__blob=publicationFile&v=2)

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