Hausmodell mit Energieausweis und Plänen

Manches lohnt sich sofort, anderes kann warten. Priorität von Modernisierungsmaßnahmen.

"Erst dämmen, dann eine neue Heizung", so lautet die Faustregel für energieeffiziente Modernisierungen. Manche Sanierungsmaßnahmen haben dabei Priorität, wie gut gedämmte Wände, dichte Fenster, ein gedämmtes Dach oder die Kellerdecke, weil sie große Energieeinsparmöglichkeiten beinhalten.

Modernisierungsmaßnahmen stehen früher oder später in jedem Gebäude an. Damit sich die Modernisierung lohnt, sollten Hausbesitzer eine sinnvolle Reihenfolge und die Kosten der Maßnahmen berücksichtigen.

Die Faustregel für die energetische Sanierung lautet: Erst das Haus dämmen, dann die neue Heizung einbauen. Moderne Heizungen arbeiten wesentlich effizienter, wenn das Haus dicht ist. Dann greifen auch die Energieeinspareffekte, die sich bei den Jahresabrechnungen deutlich bemerkbar machen. Die richtigen Modernisierungsmaßnahmen entlasten nicht nur das Haushaltsbudget, sondern steigern auch den Wert und die Attraktivität der Immobilie.

Für die meisten Modernisierungsmaßnahmen stellt der Staat großzügige Zuschüsse und zinsgünstige Kredite zur Verfügung.

Anzeichen für sofortige Modernisierungsmaßnahmen

Die Modernisierung kann eine reine Investition in mehr Lebensqualität sein. Manchmal sind die Modernisierungsmaßnahmen aber unaufschiebbar. Wenn es sich um den Einbau moderner Heiztechnik handelt, dann amortisieren sich die Maßnahmen in der Regel schnell durch Energiekosteneinsparungen von bis zu 40 Prozent. Zumindest wenn der alte Kessel mindestens 25 Jahre alt war und die neue Heizung mit Solarthermie kombiniert wird. Wer eine oder mehrere der folgenden Fragen mit „ja“ beantworten kann, sollte baldige Modernisierungsmaßnahmen einplanen:
  • Sind die Fenster undicht und es zieht in einem oder mehreren Räumen?
    Alte Fenster und Rahmen haben einen Anteil von bis zu 25 Prozent am Wärmeverlust einer Immobilie.
  • In einem oder mehreren Räumen wird es trotz Heizens nicht ausreichend warm?
    Verantwortlich für ein Gefühl von Kälte oder unangenehme Zugluft können Wärmebrücken oder schlecht isolierte bzw. alte Fenster sein. Auch über ungedämmte Rollladenkästen geht viel Wärme verloren.
  • Sie haben im Erdgeschoss kalte Füße?
    Bei einem nicht bewohnten Keller lohnt sich eine Kellerdeckendämmung. Die Faustregel besagt, dass bei einem älteren Gebäude pro Quadratmeter ungedämmte Kellerdecke die Energie aus rund 10 Litern Heizöl entweicht. Auch ungedämmte Rohrleitungen tragen im Jahr mit 7 bis 10 Litern Heizöl pro Laufmeter zum Energieverlust bei.
  • Ihr Jahresverbrauch liegt über 15 Litern Heizöl oder 15 Kubikmetern Gas pro Quadratmeter Wohnfläche?
    Die Dämmung der Außenwände spart bis zu 25 Prozent Energie. Sind die Fenster und Türen dicht und neben den Außenwänden das Dach und der Keller gedämmt, lohnt sich ggf. der Einbau einer modernen Brennwertheizung. Sie trägt mit bis zu 30 Prozent zum Energieeinsparpotenzial bei.
  • Sie heizen mit Elektro-Nachtspeicheröfen?
    Diese Geräte sind zwar wartungsarm, aber sehr teuer im Verbrauch. Zudem ist ihre Primärenergie-Bilanz deutlich schlechter als bei modernen Lösungen. Überdies sorgen sie für einen hohen CO2-Ausstoß. Werden die Nachtspeicheröfen mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben, sieht die Energiebilanz besser aus. Dennoch, moderne Heizsysteme sind umweltfreundlicher und sparsamer im Verbrauch.
  • Die Dachziegel werden brüchig?
    Wenn das Dach saniert werden muss, lohnt sich eine Aufsparrendämmung. Die Auflagen der Energieeinsparverordnung (EnEV) sind dabei zu beachten. Auch eine Solarthermie- oder Photovoltaik-Anlage kann an der Stelle gleich mit eingeplant werden. Ein gut gedämmtes Dach schützt vor Hitze, Kälte sowie Zugluft und trägt mit bis zu 30 Prozent zum Energieeinsparpotenzial bei.
  • In den Dachräumen wird es im Sommer zu heiß?
    Ist das Dach noch intakt, können Hausbesitzer in Eigenregie von innen eine Zwischensparrendämmung und/oder Untersparrendämmung anbringen. Dabei ist auf geeignetes Dämmmaterial zu achten. Mineralwolle dämmt beispielsweise sehr gut gegen Kälte, gegen Hitze wirken schwerere Holzfasern als Dämmmaterial wesentlich besser.
Kurz: Eine sofortige Sanierung ist häufig zu empfehlen, wenn die Außenwände, das Dach oder die Kellerdecke ungedämmt sowie die Fenster und Türen oder der Heizkessel älter als 25 Jahre sind.

Anzeichen für Modernisierungsmaßnahmen

Folgende Werte sind Anzeichen für eine Sanierung in 3 bis 5 Jahren:
  • Die Außenwände sind mit 4 bis 8 cm gedämmt.
  • Die Fenster und Türen sind 10 bis 20 Jahre alt.
  • Das Dach ist mit 5 bis 10 cm gedämmt.
  • Die Kellerdecke ist mit 2 bis 4 cm gedämmt.
  • Der Heizkessel ist 10 bis 25 Jahre alt.

Keine Modernisierungsmaßnahmen nötig

Sind die Außenwände, das Dach und die Kellerdecke gut gedämmt, die Fenster, die Türen und der Heizkessel maximal 10 Jahre alt? Dann können Hausbesitzer die Modernisierungsmaßnahmen getrost in die ferne Zukunft verschieben.

Der Wüstenrot-Energiesparrechner: Gebäudezustand ermitteln und Modernisierungsmaßnahme simulieren

Soll die Immobilie in einem guten Zustand bleiben, ist eine regelmäßige Renovierung erforderlich. Von Zeit zu Zeit sind auch größere Maßnahmen sinnvoll. Mit dem Wüstenrot-Energiesparrechner können Sie den energetischen Zustand Ihres Gebäudes ermitteln und verschiedene Modernisierungsmaßnahmen simulieren: energiesparrechner.wuestenrot.de

Übrigens: Für die meisten energetischen Sanierungen gibt es mehrere Tausend Euro Zuschüsse sowie zinsgünstige Darlehen vom Staat. Wüstenrot unterstützt Sie mit dem Fördergeld-Service bei der Beantragung der Fördergelder.

Attraktive Fördermittel für die energetische Sanierung

Egal ob Einzelmaßnahme oder Komplettsanierung: Der Staat unterstützt Hausbesitzer bei vielen Sanierungsarbeiten mit hohen Zuschüssen oder zinsgünstigen Darlehen. Durch das Ende 2019 beschlossene Klimapaket haben sich die Konditionen in vielen Programmen noch einmal deutlich verbessert. So gibt es heute:

Zuschüsse in Höhe von 80 Prozent über die Bundesförderung für Energieberatung vom BAFA

Die Mittel sind in Ein- und Zweifamilienhäusern auf 1.300 Euro begrenzt. In größeren Wohngebäuden gibt es bis zu 1.700 Euro für eine ganzheitliche Energieberatung. Im Ergebnis zeigt ein Energieberater die größten Einsparpotenziale auf. Er empfiehlt Sanierungsmaßnahmen und ordnet diese auf Wunsch auch einem zeitlichen Ablauf unter. Der sogenannte Sanierungsfahrplan zeigt dann, wann welche Modernisierung an der Reihe ist.

Zuschüsse in Höhe von 20 Prozent über das KfW-Programm 430

Förderbar sind Dämmarbeiten, der Austausch von Fenstern und Türen sowie die Optimierung einer bestehenden Heizungsanlage (ohne Kesseltausch). Auch für den Anschluss an Nah- oder Fernwärme gibt es die hohe KfW-Förderung. Erhältlich sind die Mittel für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Wohnungseigentümergemeinschaften aus Privatpersonen.

Zinsgünstige Darlehen mit Tilgungszuschüssen in Höhe von 20 Prozent über das KfW-Programm 152

Genau wie im Programm 430 der KfW gibt es die Förderung für Dämmarbeiten, den Austausch von Fenstern und Türen, die Heizungsoptimierung oder den Anschluss an Nah- beziehungsweise Fernwärme. Verfügbar sind die Fördermittel jedoch für alle, die ein Wohngebäude sanieren. Die Größe spielt dabei keine Rolle.

Zuschüsse in Höhe von 20 bis 45 Prozent über das BAFA-Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“

Sanierer bekommen die Förderung, wenn sie eine mindestens zwei Jahre alte Heizung durch eine Hybridheizung (Kombination von Gasbrennwertheizung mit erneuerbaren Energien) oder eine Umweltheizung (Wärmepumpe, Biomasseheizung) ersetzen oder eine Solaranlage nachrüsten. Besonders hoch ist die Prämie für den Austausch einer alten Ölheizung. Während die Gebäudegröße keine Rolle spielt, darf die bestehende Heizung nicht von der Austauschpflicht der Energieeinsparverordnung betroffen sein.

Einen Steuerbonus für die Sanierung in Höhe von 20 Prozent

Eigentümer selbst genutzter Wohngebäude können Sanierungskosten von bis zu 40.000 Euro über drei Jahre von der Steuer absetzen. Infrage kommt der Steuerbonus für Arbeiten am Haus (z. B. Dämmung oder Fenstertausch) und an der Heizung (z. B. Heizungstausch durch Hybrid- oder Umweltheizung sowie Heizungsoptimierung).

Einen Steuerbonus in Höhe von 20 Prozent für Handwerkerkosten

Den Bonus in Höhe von maximal 1.200 Euro im Jahr bekommen alle, die Arbeiten am eigenen Haus durchführen lassen. Technische Anforderungen gibt es dabei keine.

Während Darlehen und Zuschüsse immer vor dem Beginn der Maßnahme zu beantragen sind, können Hausbesitzer die Steuerboni nachträglich nutzen. Möglich ist das über die Angabe der Kosten in der jährlichen Einkommensteuererklärung.

Übrigens: Welche Fördermittel für Ihr Vorhaben infrage kommen, zeigt unser Fördergeld-Service. Über diesen bekommen Sie auch Unterstützung bei der richtigen Beantragung der Mittel.

Stand Februar 2020

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